Die Aktie von Aena steht gut da. Am Freitag schloss sie bei 27,54 Euro, seit Jahresanfang ein Plus von 16,25 Prozent. Der Flughafenbetreiber profitiert von rekordhoher Nachfrage in Spanien. Doch parallel dazu wächst der Druck aus der Politik. Die spanische Regierung will die Gebühren senken. Aena plant das Gegenteil.

Senat fordert niedrigere Gebühren

Der Streit um die Tarife für die Regulierungsperiode DORA III (2027 bis 2031) eskaliert. Der spanische Senat drängt das Verkehrsministerium, die Flughafensteuern zu senken. Grundlage ist ein Bericht der Wettbewerbsbehörde CNMC.

Die Behörde empfiehlt eine jährliche Senkung um 0,59 Prozent. Aena will die Gebühren dagegen um 3,82 Prozent anheben. Ein enormer Unterschied. Für Aena geht es um Milliarden: Der Konzern hat Investitionen von knapp zehn Milliarden Euro angekündigt, über 70 Prozent davon für Kapazität und Sicherheit. Die endgültige Entscheidung wird für September 2026 erwartet.

Sommerchaos an den Airports

Parallel zum Tarifstreit läuft der Sommerbetrieb auf Hochtouren. Am ersten Juli-Wochenende wickelten die spanischen Flughäfen rund 22.290 Flüge ab. Madrid-Barajas führte mit 3.726 Flügen, gefolgt von Barcelona-El Prat und Palma de Mallorca.

Doch die hohe Auslastung fordert ihren Tribut. Am 4. Juli wurden über 430 Flüge verspätet, mindestens 16 annulliert. Grund sind eine Mischung aus Wetter, Staus und dem neuen EU-Grenzkontrollsystem EES. Die biometrischen Kontrollen für Nicht-EU-Reisende verursachen Wartezeiten von bis zu fünf Stunden. Ryanair hat mehrere Aena-Airports als Problemzonen identifiziert und fordert eine Aussetzung bis September 2026.

Regionale Airports boomen

Trotz der Engpässe legen die Regionalflughäfen zu. Alicante-Elche plante zwischen Ende Juni und Anfang Juli 4.475 Flüge – ein Plus von 10,6 Prozent zum Vorjahr. Auf den Kanaren stieg die Zahl der Flüge um 106 im Jahresvergleich.

Ab Sommer 2027 will Aena die Flüge in den Hauptverkehrszeiten in Barcelona und Madrid begrenzen. Der Grund: Die Terminals sind am Limit. El Prat überschritt 2025 mit 57 Millionen Passagieren die Kapazitätsgrenze von 55,5 Millionen. Barajas nähert sich mit 68 Millionen Reisenden der Marke von 70 Millionen.

Die Aktie notiert 6,05 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI liegt bei 60,8. Das spricht für stabile Tendenz. Die Volatilität von knapp 50 Prozent zeigt aber: Die entscheidende Phase kommt erst. Der September 2026 wird zeigen, ob die Regulierungsbehörde auf die Gebührenbremse tritt – oder auf Aenas Investitionspläne setzt.