AeroVironment treibt seine internationale Expansion voran und sichert sich gleichzeitig neue Aufträge aus den USA. Der Rüstungselektronik-Hersteller kündigte am Donnerstag vergangener Woche die Gründung einer Industriepräsenz in Griechenland an. Über das Gemeinschaftsunternehmen AV Eagle kooperiert das Unternehmen künftig mit der Athener Firma Eyeonix SA.
Griechisches Joint Venture mit Zeitplan bis 2028
Die Vereinbarung folgt auf einen abgeschlossenen Gesellschaftervertrag sowie die Genehmigung durch das griechische Außenministerium im Rahmen der Auslandsinvestitionsprüfung.
AV Eagle soll im Geschäftsjahr 2027 operativ werden, Produktionskapazitäten sind laut Unternehmensangaben ab 2028 vorgesehen. Für AeroVironment ist der Schritt ein weiterer Baustein einer Strategie, die Fertigungskapazitäten außerhalb der USA aufzubauen und näher an europäische Kunden heranzurücken.
Parallel zur Griechenland-Initiative meldete das Unternehmen einen Lieferauftrag der US-Armee über 51 Millionen Dollar für das System Switchblade 600 Block 2, eine Loitering-Munition. Der Auftrag reiht sich in eine Serie militärischer Beschaffungen ein, die AeroVironment in den vergangenen Wochen verkündet hat, und unterstreicht die anhaltende Nachfrage der US-Streitkräfte nach den Drohnensystemen des Unternehmens.
Investitionen in Kalifornien und personelle Verstärkung
Zusätzlich zur internationalen Expansion investiert AeroVironment auch am Heimatstandort. Für rund 100 Millionen Dollar entsteht auf etwa 20 Hektar in Moorpark, Kalifornien, ein einheitlicher, unternehmenseigener Campus, in dem mehrere bisher verteilte Standorte zusammengeführt werden sollen.
Zudem berief das Unternehmen Anfang des Monats Michael D. Ruppert in den Vorstand. Ruppert bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in Finanz-, Strategie- und Unternehmensentwicklung im Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungssektor mit und war seit 2023 Finanzvorstand von ManTech.
Die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen wirkt operativ solide, doch die Aktie folgt dieser Dynamik nicht. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 359,50 Euro am 9. Oktober 2025 hat das Papier rund zwei Drittel seines Wertes eingebüßt und notiert nun näher am 52-Wochen-Tief als am Höchststand. Anleger scheinen die operativen Fortschritte gegen wachsende Bewertungs- und Wettbewerbssorgen abzuwägen, die den Kurs seit Monaten belasten.
Vergütung des CEO steigt deutlich
Ein weiterer Punkt aus den jüngsten Pflichtmitteilungen dürfte bei Investoren Diskussionen auslösen: Laut einer SEC-Meldung erhielt CEO Wahid Nawabi im Geschäftsjahr 2026 eine geschätzte Vergütung von rund 15,25 Millionen Dollar – ein Anstieg von 51,45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der deutliche Sprung fällt in eine Phase, in der der Aktienkurs unter erheblichem Druck steht, was die Diskrepanz zwischen Managementvergütung und Aktionärsrendite zusätzlich in den Fokus rücken könnte.
Insgesamt zeigt sich AeroVironment operativ in Bewegung: neue Aufträge, geografische Expansion und Investitionen in die eigene Infrastruktur prägen das Bild. Ob diese Fortschritte ausreichen, um das seit Monaten angeschlagene Anlegervertrauen zurückzugewinnen, bleibt die zentrale Frage für die kommenden Quartale.
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