Die Aktien von Air France-KLM geraten zur Wochenmitte spürbar unter Druck. Das Papier verliert am heutigen Mittwoch 4,5 % auf 11,56 €, nachdem der Kurs am Dienstag noch bei 12,11 € geschlossen hatte. Belastet wird die Stimmung vor allem von anhaltenden Kostensorgen im europäischen Luftverkehrssektor.
Teures Kerosin setzt Fluggesellschaften zu
Medienberichten zufolge kletterte der durchschnittliche europäische Kerosinpreis in der vergangenen Woche auf 207,56 $ je Barrel. Dies entspricht umgerechnet 176 € und markiert einen Anstieg von 27,8 % gegenüber dem europäischen Monatsmittel. Europa verzeichnete damit das höchste Preisniveau aller Weltregionen.
Für europäische Fluggesellschaften erwachsen aus dieser Entwicklung unmittelbare Kostenrisiken im laufenden Betrieb. Ob und wie stark Fluggäste die Teuerung über Ticketpreise tragen müssen, hängt von der Dauer des Preisauftriebs sowie von den individuellen Treibstoffabsicherungen der Flugkonzerne ab. Die Furcht vor schrumpfenden Margen drückt derzeit auf die gesamte Branche.
Am 30. Juli wies Air France-KLM für das zweite Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 484 Millionen Euro aus. Das Unternehmen passte damals zugleich die Spanne für das jährliche Kapazitätswachstum leicht an.
Für das Gesamtjahr rechnete das Management seinerzeit mit Treibstoffkosten, die rund 1,9 Milliarden $ über dem Niveau von 2025 liegen dürften. Für das dritte Quartal veranschlagte der Konzern Mehrkosten von 600 Millionen EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Trotz der soliden Passagiernachfrage während der Sommermonate bestimmen die Ausgaben für Treibstoff die Ertragsentwicklung maßgeblich. Bleibt der Kerosinpreis längerfristig auf dem erhöhten Niveau, droht dies die operative Profitabilität der französisch-niederländischen Gruppe weiter einzuengen.
Neuer Winterflugplan und regionale Streckenanpassungen
Parallel zum herausfordernden Marktumfeld treibt das Unternehmen die operative Planung voran. Die Konzerntochter KLM kündigte heute ihr Angebot für die kommende Wintersaison an. Zwischen dem 25. Oktober und dem 27. März bedient die Fluggesellschaft insgesamt 164 Destinationen weltweit.
Auf der Langstrecke setzt KLM dabei erstmals einen Airbus A350 im regulären Passagierdienst ein. Das Großraumflugzeug wird auf der Verbindung zwischen Amsterdam und Toronto eingesetzt und soll dort fünf der wöchentlich zwölf Verbindungen übernehmen.
Im Nahen Osten bleibt das operative Vorgehen innerhalb der Gruppe differenziert. Air France verlängerte heute die Aussetzung ihrer Flüge nach Dubai bis zum 13. Oktober. Die niederländische Schwester KLM hatte hingegen am Dienstag angekündigt, Verbindungen in den Nahen Osten für den Winterflugplan wieder aufzunehmen.
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