Airbus rückt dem Erstflug seines Frachtflugzeugs A350F näher. Der Flugzeugbauer peilt für die dritte Septemberwoche 2026 den Jungfernflug in Toulouse an – ein entscheidender Termin, um den offiziellen Auslieferungsplan Ende 2027 zu halten. Branchenanalysten warnen zugleich, die Zertifizierung könnte sich bis 2028 verzögern.

Bestellbuch wächst weiter

Das Frachterprogramm hat mittlerweile 107 Festbestellungen eingesammelt. Darunter befindet sich eine Order über 20 Maschinen von Atlas Air Worldwide sowie ein Auftrag über zehn Flugzeuge von Air China Cargo. Vergangene Woche präsentierte Airbus in Toulouse zudem das erste Testflugzeug mit der Kennung MSN 700 – lackiert im Design eines „fliegenden Pakets“, das an einen Versandkarton erinnert.

Auch abseits des Frachterprogramms füllt sich das Orderbuch. Air China bestellte 15 Maschinen des Typs A350-900 für eine Auslieferung in den frühen 2030er-Jahren, China Eastern Airlines orderte 25 A330-900neo für den Ausbau von Lang- und Regionalstrecken.

Im Juli verbuchte Airbus insgesamt 204 Bruttoaufträge, darunter eine Großbestellung über 100 Maschinen der A320neo-Familie von SMBC Aviation Capital. Bei den Auslieferungen kam der Konzern im Juli auf 67 Verkehrsflugzeuge, womit sich der Jahreswert auf 418 Einheiten summiert – bei einem Gesamtjahresziel von rund 870 Maschinen.

Produktionsausbau in Belfast

Parallel zum Frachterprogramm investiert Airbus in seine Fertigungskapazitäten. In Belfast begannen Arbeiten an einer rund 6.200 Quadratmeter großen Erweiterung der Flügelfertigung. Sie soll die Produktion des A220 bis 2028 auf 13 Maschinen pro Monat hochfahren.

Unternehmensintern sorgte zudem eine Kurskorrektur für Aufsehen: Nach Streiks in Spanien sowie Protesten in Frankreich und Großbritannien nahm Airbus eine zuvor eingeführte Pflicht zur viertägigen Büropräsenz zurück. Beschäftigte dürfen künftig wieder zwei Tage pro Woche remote arbeiten.

Kurs pendelt unter dem Rekordhoch

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt schwächer. Der Schlusskurs lag am Montag bei 203,65 Euro, nach einem Minus von 2,9 Prozent auf Wochensicht. Damit notiert das Papier weiterhin acht Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das im Januar erreicht wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 3,1 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Zuwachs auf 12 Prozent.

Die Analysten von Morgan Stanley hoben Mitte August ihr Kursziel für Airbus von 227 auf 255 Euro an und bestätigten die Einstufung „Overweight“. Als Begründung verwiesen sie auf den im Branchenvergleich überlegenen Auftragsbestand gegenüber Boeing. Kurz zuvor hatte Sadif Investment Analytics die Aktie dagegen von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft und das Kursziel auf 201,51 Euro gesenkt.

Für Anleger bleibt der Septembertermin des A350F-Erstflugs der zentrale Fixpunkt: Gelingt er wie geplant, dürfte das Vertrauen in den Auslieferungsplan für 2027 gestärkt werden – verzögert er sich, rückt das von Analysten skizzierte Risiko einer Zertifizierung erst 2028 stärker in den Vordergrund.