Airbus hat im Juli 67 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert und damit das Niveau des Vorjahresmonats gehalten. Wie Reuters berichtet, summiert sich die Auslieferungszahl seit Jahresbeginn auf 418 Maschinen. Der europäische Flugzeugbauer bleibt damit auf Kurs zur Jahresprognose von rund 870 Auslieferungen, die Vorstandschef Guillaume Faury Ende Juli mit einer Zielspanne von 850 bis 890 Jets präzisiert hatte.

Großbestellungen füllen die Auftragsbücher

Neben der Fertigung liefen im Juli auch die Auftragseingänge rund. Airbus verbuchte 204 Bruttobestellungen, darunter ein Großauftrag der SMBC Aviation Capital über 100 Flugzeuge – aufgeteilt in 35 A320neo und 65 A321neo. Hinzu kam eine Order von China Eastern Airlines über 25 Maschinen des Typs A330-900. Solche Bestellwellen aus dem Leasing- und Airline-Sektor unterstreichen, dass die Nachfrage nach Airbus-Modellen trotz hoher Produktionsraten ungebrochen bleibt. Auf der militärisch-strategischen Seite kam Ende Juli ein weiterer Auftrag hinzu: Der spanische Satellitenbetreiber Hisdesat wählte Airbus als Hauptauftragnehmer für den sicheren Kommunikationssatelliten SpainSat NG-III. Anfang August meldete das Unternehmen zudem den Abschluss der Bodenschwingungstests für den Frachter A350F – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Erstflug des Modells.

Kurs nahe am Rekordhoch

An der Börse spiegelt sich die operative Stärke in einer kräftigen Kursentwicklung wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen um 5,42 Prozent zugelegt. Damit liegt das Papier nur noch rund 3,25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Rally spiegelt eine Kombination aus soliden Lieferzahlen, robusten Bestelleingängen und positiven Halbjahreszahlen wider.

Solide Bilanz und ambitionierter Mittelfristausblick

Die Geschäftszahlen liefern das fundamentale Rückgrat für die Kursentwicklung. Für das erste Halbjahr 2026 meldete Airbus konsolidierte Umsätze von 33,2 Milliarden Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT erreichte 2,7 Milliarden Euro, während der Nettogewinn im zweiten Quartal um 126 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro sprang. Der Vorstand nutzte die Bilanzvorlage Ende Juli auch für einen Blick über 2026 hinaus: Bis 2029 soll das bereinigte EBIT auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen, ausgehend von 7,13 Milliarden Euro im Jahr 2025. Flankiert wird dieser Ausblick von einem Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, das der Aufsichtsrat im Juli genehmigte und das über drei Jahre laufen soll.

Analysten und Großinvestoren reagieren

Die Investmentbank UBS bestätigte Anfang August ihre Kaufempfehlung für Airbus mit einem Kursziel von 220 Euro. Nach den jüngsten Bilanzvorlagen stieg zudem das durchschnittliche Zwölfmonats-Kursziel der Analysten von 224,25 auf 225,11 Euro – zuvor hatte der Konsens bereits eine Anhebung auf 223,80 Euro verzeichnet. Auf der Investorenseite meldete BlackRock eine Beteiligung von 5,96 Prozent an Airbus, was 47.152.884 Aktien entspricht. Einen skeptischeren Ton schlug lediglich die Ratingagentur Morningstar an, die ihre quantitative Einstufung nach der jüngsten Kursrally auf zwei von fünf Sternen und damit auf „teuer“ senkte.

Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 28. Oktober, wenn Airbus die Neunmonatszahlen für 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte der Blick der Marktteilnehmer vor allem den monatlichen Auslieferungs- und Bestellzahlen gelten, die zuletzt den Wachstumskurs des Konzerns bestätigt haben.