Airbus hat auf der ILA Berlin eine Reihe von Neuigkeiten präsentiert. Der Konzern zeigt sich in der Verteidigungssparte angriffslustig, treibt aber auch die zivile Langstrecke voran. Für Anleger war es eine Woche mit vielen Ankündigungen, aber auch offenen Fragen zur Umsetzung.
Angriff auf den Drohnenmarkt
Der spektakulärste Launch: die U145. Airbus Helicopters stellte eine vollautonome, unbemannte Transportdrohne vor, die auf der etablierten H145 basiert. Bis zu 3,8 Tonnen Nutzlast soll die Maschine heben können – geplant für Fracht, Überwachung und Brandbekämpfung. Der Erstflug mit Sicherheitspiloten soll noch dieses Jahr stattfinden.
Parallel dazu rüstet Airbus Kampfhubschrauber gegen Drohnen auf. Eine neue Partnerschaft mit Quantum Systems integriert Abwehrsysteme direkt in die H145M. Die Nachfrage ist da: Airbus sicherte sich auf der Messe einen Auftrag über sechs H145-Hubschrauber für Armenien. Es ist der erste Deal zwischen den Parteien.
Auch die Zukunft der Luftkampfes zeigte Airbus in Berlin. Ein Mock-up der U760 „Ravenstorm“ war zu sehen. Die Drohne soll ab den frühen 2030er Jahren an der Seite bemannter Kampfjets fliegen.
Der Kampf um die Ultra-Langstrecke
Im zivilen Geschäft setzt Airbus ein eigenes Signal. Die A350-900ULR hat ihre Reichweite auf 9.700 Seemeilen gesteigert – möglich dank eines größeren Tanks mit 165.000 Litern Fassungsvermögen. Jetzt folgt die logische Konsequenz: die A350-1000ULR.
Der Erstflug dieser Variante ist für diesen Monat in Toulouse geplant. Kommerziell an den Start gehen soll sie im April 2027. Passend dazu präsentierte Airbus ein neues First-Class-Konzept für die Maschine. Der Fokus liegt auf Privatsphäre und Wellness auf extralangen Flügen. Das Ziel: Airlines helfen, die hohen Margen der Premiumkunden besser zu nutzen.
Was macht die Aktie?
Die Kursentwicklung bleibt gemischt. Airbus schloss am Freitag bei 47,40 Euro, ein Plus von 2,16 Prozent. Seit 30 Tagen steht ein Gewinn von knapp 14 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber noch rund 3,3 Prozent im Minus – rund 14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55 Euro aus Januar.
Kurz gesagt: Die Ankündigungen der ILA sind strategisch vielversprechend. Der Markt wartet nun auf konkrete Umsetzungsschritte und Auslieferungszahlen. Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob aus den Messepremieren auch Gewinn wird.
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