Im Vorfeld des anstehenden Finanzberichts für die ersten neun Monate gehen die Meinungen am Markt über die Verfassung des europäischen Luftfahrtkonzerns auseinander. Während Großaufträge und Verteidigungsprojekte die Bücher füllen, stehen operative Hürden im Fokus der Beobachter. An der Börse notiert die Airbus-Aktie heute bei 187,20 Euro und verliert damit 0,4 Prozent.

Unterschiedliche Signale von Jefferies und RBC

Aus Analystenkreisen kommen vor der anstehenden Zwischenbilanz gemischte Signale. Das Analysehaus Jefferies wies am Freitag auf mögliche Belastungen für das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im dritten Quartal hin.

Als Ursachen nannten die Experten Faktoren wie das Auslieferungsvolumen, den Produktmix sowie technische Einflüsse. Zudem stufte Jefferies die Zunahme an fertiggestellten, aber noch nicht übergebenen Flugzeugen im Bestand als potenzielles Risiko für den freien Barmittelzufluss ein.

Ganz anders bewertet RBC die Lage. Die kanadische Bank bekräftigte am selben Tag ihre zuversichtliche Einschätzung für den Flugzeugbauer. Diese Spaltung verdeutlicht die Unsicherheit am Markt darüber, wie effizient der Konzern seine hohe Auslastung derzeit in Rendite ummünzen kann.

Feste Orderbücher stützen das Geschäft

Auf der Nachfrageseite sichert sich der Konzern parallel neue Großverträge. Die Leasinggesellschaft Avolon unterzeichnete am Freitag einen Festauftrag über 110 Verkehrsflugzeuge, der sich auf Langstrecken- und Mittelstreckenmodelle aufteilt.

Auch im Rüstungs- und Regierungsbereich verbucht das Unternehmen Fortschritte. Rumänien schloss am Mittwoch vergangener Woche einen Vertrag über die Lieferung von 12 Mehrzweckhubschraubern des Typs H225M ab, der über die europäische SAFE-Initiative abgewickelt wird.

Zudem meldete das Unternehmen gestern den erfolgreichen europäischen Erstflug des unbemannten Kampfflugzeugs U740-Valkyrie, das gemeinsam mit Kratos Defense & Security Solutions bis 2029 einsatzbereit sein soll.

Kapitalmaßnahmen und Terminplan

Unterstützung erhält die Aktie durch laufende Transaktionen am Kapitalmarkt. Gestern gab der Konzern bekannt, im Zeitraum vom 5. bis zum 8. Oktober insgesamt 780.000 eigene Aktien erworben zu haben. Die Käufe dienen der Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungs- und Vergütungsprogrammen.

Klarheit über die tatsächliche Finanzlage des Sommers erhalten Anleger am 28. Oktober. An diesem Tag veröffentlicht Airbus die detaillierten Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres. Neben der operativen Marge wird dann vor allem die Entwicklung des Barmittelzuflusses im Rampenlicht stehen.