398 Nettobestellungen in einem Quartal — 95 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Auftragsbücher laufen über. Trotzdem hat Boeing Airbus im ersten Quartal 2026 beim Ausliefern überholt. Zum ersten Mal seit sieben Jahren.
Airbus lieferte von Januar bis März nur 114 Maschinen aus — der schwächste Quartalswert seit mehr als zwei Jahrzehnten. Boeing übergab im gleichen Zeitraum 143 Jets. Das Paradox ist real: Rekordnachfrage, historisch schwache Auslieferungen.
Pratt & Whitney bremst die Produktion
Der Engpass hat einen Namen. Pratt & Whitney liefert Triebwerke für die A320neo-Familie nicht in ausreichender Zahl. CEO Guillaume Faury macht den Triebwerkshersteller direkt verantwortlich — er halte seine Lieferzusagen schlicht nicht ein. Selbst der parallele Einsatz der LEAP-Triebwerke von CFM International schließt die Lücke nicht.
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Hinzu kommen Qualitätsprobleme bei Strukturbauteilen. Fertige Flugzeuge warten in den Werken auf Nachbesserungen, bevor Airbus sie an Kunden übergeben kann. Löst sich dieser Stau auf, könnte die Auslieferungsrate in den Folgequartalen deutlich anziehen.
Analysten erwarten einen schwachen Q1-Bericht
Am Dienstag, 28. April, präsentiert Airbus seine Zahlen für das erste Quartal. Die Erwartungen sind niedrig. Morgan Stanley rechnet mit Erlösen von 12,4 Milliarden Euro — ein Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT soll bei nur 311 Millionen Euro liegen, die Marge bei 2,5 Prozent.
Das Geschäft mit Verteidigung und Hubschraubern federt etwas ab. Beide Sparten sollen leicht wachsen. Das reicht aber nicht, um den Einbruch im Kerngeschäft mit Verkehrsflugzeugen zu kompensieren.
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Die Analystengemeinde bleibt vorsichtig. Jefferies hält an „Hold“ fest mit einem Kursziel von 190 Euro. Morgan Stanley ebenfalls „Hold“, aber mit 230 Euro — begründet mit Zuversicht für eine Erholung, sobald die Lieferkette wieder läuft. Exane BNP Paribas stieg Mitte April mit „Hold“ und 190 Euro Kursziel neu ein.
Riesiger Auftragsbestand als Puffer
Der strukturelle Rückhalt ist beeindruckend. Per Ende März umfasst das Auftragsbuch 9.031 Flugzeuge. Bei einem Jahresziel von 870 Auslieferungen entspricht das rund zehn Jahre Produktionsauslastung. Allein 7.870 Maschinen entfallen auf Schmalrumpfflugzeuge, davon fast drei Viertel auf die A321neo.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Airbus rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro und einen freien Cashflow von rund 4,5 Milliarden Euro an. Die Aktie notiert aktuell rund zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der RSI von knapp elf signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Ob die Quartalszahlen am 28. April eine Gegenbewegung auslösen, hängt vor allem davon ab, wie glaubwürdig das Management den Weg zurück zum Jahresziel skizziert.
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