Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus verzeichnete gestern gleich an mehreren Fronten operative Fortschritte. Neben einer festen Flugzeugbestellung aus Asien sicherte sich das Unternehmen einen europäischen Beschaffungsvertrag für Militärhubschrauber sowie eine strategische Vereinbarung zur industriellen Kooperation. An der Börse legte das Papier gestern um 0,6 Prozent auf 188,28 Euro zu.
Flugzeugorder aus Asien und Rüstungsauftrag aus Bukarest
Im zivilen Flugzeugbau meldete der Konzern eine Festbestellung der Fluggesellschaft Biman Bangladesh Airlines über zehn Maschinen. Das Paket umfasst vier Großraumflugzeuge vom Typ A350-900 sowie sechs Schmalrumpfflugzeuge der Version A321neo. Mit der Vereinbarung erweitert die staatliche Fluggesellschaft ihre Flotte um zwei zentrale Modellreihen des Herstellers.
Gleichzeitig baute die Verteidigungs- und Sicherheitssparte ihr europäisches Auftragspolster aus. Rumänien unterzeichnete einen Vertrag über die Beschaffung von zwölf Mehrzweckhubschraubern des Typs H225M. Das Beschaffungsvorhaben erfolgt im Rahmen der europäischen Sicherheitsinitiative Security Action for Europe.
Flankiert wurden die Abschlüsse durch ein weiteres Abkommen in Nordeuropa: Wie Reuters berichtete, besiegelten Airbus und die dänische Branchenorganisation CenSec eine Kooperationsvereinbarung. Der Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit liegt auf militärischen Flugzeugprogrammen, namentlich dem Transportflugzeug A400M sowie dem Tank- und Transportflugzeug A330 MRTT.
Personelle Weichenstellungen und Fertigungstakt
Die jüngsten Vertriebserfolge fallen in eine Phase personeller und operativer Neuausrichtung. Anfang Oktober übernahm Amparo Moraleda den Vorsitz im Führungsgremium, nachdem ihre Ernennung bereits im April vorbereitet worden war.
Nach Angaben von Reuters stehen im kommenden Jahr zudem Entscheidungen über die Nachfolge an der Konzernspitze an. Entlastung an den Produktionsstandorten zeichnete sich derweil im spanischen Werk ab, wo sich die Belegschaft in einer Abstimmung für einen Vorschlag zur Beendigung monatelanger Arbeitsniederlegungen aussprach.
Mit dem Schlusskurs von 188,28 Euro notiert der Titel 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro. Ob die jüngsten Aufträge der Aktie wieder anhaltenden Auftrieb verleihen können, hängt nun vor allem vom Hochlauf der Auslieferungen ab.
Am heutigen Donnerstag legt Airbus den monatlichen Bericht vor. Branchenkreise bezifferten die Auslieferungen für den September nach Reuters-Informationen vorab auf bis zu 72 Verkehrsflugzeuge, womit das Vorjahresniveau von 73 Maschinen nahezu erreicht würde.
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