Der europäische Flugzeugbauer Airbus erlebt den schwächsten Jahresauftakt seit 2009. Während die Auftragsbücher dank einer anhaltenden Erneuerungswelle bei den Airlines prall gefüllt sind, bremsen massive Engpässe in der Lieferkette die Produktion drastisch aus. Kurz vor der anstehenden Hauptversammlung wächst der Druck auf das Management, Lösungen für die eskalierenden Probleme mit Zulieferern zu präsentieren.
Konflikt mit Triebwerkshersteller eskaliert
Verantwortlich für die maue Auslieferungsbilanz von lediglich 114 Jets im ersten Quartal sind hartnäckige Materialengpässe. Neben fehlenden Rumpfteilen sorgt vor allem ein handfester Konflikt mit dem Triebwerkslieferanten Pratt & Whitney für Verzögerungen. Da dessen Antriebe rund 40 Prozent der weltweiten A320-Flotte ausstatten, hat dieser Flaschenhals direkte Konsequenzen für die Produktionsziele. Airbus prüft wegen der Ausfälle sogar rechtliche Schritte und fordert Schadensersatz für die verspäteten Lieferungen.
Die anhaltenden Störungen zwingen Konzernchef Guillaume Faury bereits zu Zugeständnissen. Das Auslieferungsziel für 2026 wurde auf 870 Maschinen gekappt. Gleichzeitig verschiebt sich die geplante Produktionsrate von monatlich 75 Einheiten der A320-Familie voraussichtlich bis Ende 2027. Analysten reagieren entsprechend vorsichtig auf die Gemengelage. Die Bank of America senkte ihr Kursziel leicht auf 255 Euro und verwies dabei auf zusätzliche Kostenbelastungen durch teureres Aluminium und allgemeine Inflation.
Lichtblick in der Rüstungssparte
Abseits der zivilen Luftfahrt verzeichnet die Rüstungssparte strategische Fortschritte. Auf der Luftfahrtmesse FIDAE in Chile präsentierte Airbus Defence and Space diese Woche erstmals die neue Taktik-Drohne SIRTAP. Das System kommt ohne US-Exportbeschränkungen aus, was den internationalen Vertrieb erheblich erleichtert. Das spanische Verteidigungsministerium hat bereits neun dieser Systeme geordert, die ab 2027 ausgeliefert werden sollen. Auch im zivilen Sektor bleibt die Nachfrage mit über 400 Neubestellungen im ersten Quartal robust, angetrieben durch den Wunsch der Airlines nach treibstoffeffizienteren Flugzeugen angesichts stark steigender Kerosinpreise.
An der Börse spiegelt sich die angespannte operative Lage wider. Mit einem aktuellen Kursniveau um 43,00 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von gut 12 Prozent. Bereits am Dienstag, den 14. April, stellt sich das Management auf der Hauptversammlung in Amsterdam den Fragen der Aktionäre. Neben der Abstimmung über eine Dividende von 3,20 Euro pro Aktie liegt der Fokus der Investoren auf dem Vorab-Quartalsbericht am 15. April. Dort muss das Unternehmen belegen, unter welchen Bedingungen das Jahresziel von 870 Auslieferungen im aktuellen Marktumfeld noch erreichbar ist.
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