Während sich die Konkurrenz aus Seattle noch mit den Nachwirkungen jahrelanger Krisen herumschlägt, liefert Airbus einfach ab — im wahrsten Sinne des Wortes. Firmenchef Guillaume Faury bestätigte am Rande der Luftfahrtmesse in Farnborough, dass der Konzern im ersten Halbjahr 2026 rund 15 Prozent mehr Flugzeuge ausgeliefert hat als im Vorjahreszeitraum. Das Jahresziel von 870 Auslieferungen bleibt damit in Reichweite.

Möglich macht das vor allem eine Entspannung bei den Triebwerkslieferanten, die Airbus in den vergangenen Jahren wiederholt ausgebremst hatten. Die Produktionsrampe der A320neo-Familie, dem Verkaufsschlager des Konzerns, kommt dadurch endlich in die Spur, die sich Faury schon vor Jahren vorgenommen hatte.

Neuer Großauftrag von SMBC

Zum Auftakt der Messe in Farnborough legte der irische Flugzeugfinanzierer SMBC Aviation Capital nach: 100 Maschinen aus der A320neo-Familie bestellte das Leasingunternehmen fest, aufgeteilt in 65 A321neo und 35 A320neo. Finanzielle Details nannte Airbus nicht. Die Aktie reagierte verhalten und notierte zeitweise 0,68 Prozent fester bei 193,00 Euro.

Der Auftrag reiht sich in ein Muster ein, das sich in Farnborough bereits am ersten Messetag abzeichnete. SMBC orderte parallel auch 100 Boeing-Jets der 737-Max-Familie — ein Signal dafür, dass Leasinggesellschaften ihre Flotten breit aufstellen wollen, statt auf einen Hersteller zu setzen. Bahnbrechende Neubestellungen blieben am ersten Tag aber aus, die meisten Deals bauten auf bereits bekannten Verträgen auf.

Produktion bleibt der Flaschenhals

Die eigentliche Herausforderung für Airbus liegt nicht in der Nachfrage, sondern im Tempo der Fertigung. Ursprünglich wollte Faury bereits 2025 monatlich 75 Maschinen der A320neo-Familie bauen. Inzwischen visiert er für 2027 eine Rate von 70 bis 75 Stück an, bevor die Produktion dauerhaft bei 75 stabilisiert werden soll.

Die Auftragsbücher für die Mittelstreckenjets sind bis weit ins nächste Jahrzehnt gefüllt, besonders gefragt ist die Langversion A321neo samt der Langstreckenvariante A321XLR. Ob die stabilisierten Triebwerkslieferungen ausreichen, um die verschobenen Produktionsziele diesmal zu halten, entscheidet sich in den kommenden Quartalsberichten.