Airbus hat mit den Ergebnissen für das erste Halbjahr 2026 deutlich zugelegt, doch das Tempo bei den Auslieferungen bleibt die entscheidende Stellschraube für das Gesamtjahr.

Der Flugzeughersteller meldete Ende Juli einen Umsatzanstieg von 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro und einen Nettogewinn, der um 47,1 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro kletterte. Die Jahresziele wurden bestätigt, gestützt durch stärkere Auslieferungen und eine robuste Nachfrage im Verteidigungsgeschäft.

Im zweiten Quartal allein stieg das bereinigte EBIT auf 2,43 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 20,53 Milliarden Euro, wie Airbus mitteilte. Der Nettogewinn des Quartals legte sogar um 126,4 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zu, das Ergebnis je Aktie lag bei 2,10 Euro.

Im ersten Halbjahr wurden 351 Flugzeuge ausgeliefert, nach 306 im Vorjahreszeitraum. Auf der Kehrseite stand ein negativer freier Cashflow vor Kundenfinanzierung von 1,2 Milliarden Euro, den das Unternehmen mit Lagerbestandsaufbau und höheren Investitionen begründete.

Lieferrückstand zwingt zu Tempo im zweiten Halbjahr

Die Dynamik aus dem Frühjahr hat sich zuletzt abgeschwächt. Airbus meldete im Juli 67 ausgelieferte Verkehrsflugzeuge – exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Damit stehen nach sieben Monaten 418 Jets zu Buche. Um das Jahresziel zu erreichen, müsste der Konzern nach Angaben von Reuters im Schnitt 90 Auslieferungen pro Monat schaffen.

Die Rechnung zeigt: Das zweite Halbjahr wird zur Bewährungsprobe für die Lieferketten. Reuters berichtete zudem, dass Airbus nach dem starken zweiten Quartal bei Auslieferungen zuversichtlich auftrat, im Verteidigungsgeschäft aber einen vorsichtigeren Ton anschlug.

Parallel zur Liefermeldung bestätigte Airbus Anfang August Bestellungen aus China, was auf eine anhaltende Nachfrage aus einem der wichtigsten Wachstumsmärkte hindeutet.

Ermittlungen zu Air-India-Vorfall laufen

Zusätzliche Aufmerksamkeit zieht ein Vorfall in Indien auf sich: Airbus kündigte an, die Untersuchung eines Höhenverlusts einer Air-India-Maschine zu unterstützen, und schickte eigene Experten nach Indien. Konkrete Erkenntnisse zur Ursache liegen bislang nicht vor.

Analysten uneins, Aktie nahe Jahreshoch

Bei den Analystenhäusern zeigt sich ein gemischtes Bild. RBC Capital Markets stufte die Airbus-Aktie am 7. August mit einer Kaufempfehlung ein, während Jefferies am selben Tag bei einer neutralen Einschätzung blieb. Ein automatisiertes Analystenmodell von Sadif Investment Analytics senkte am 11. August seine Einstufung sowie das Kursziel – ein Signal, das angesichts seines quantitativen Charakters aber nur begrenzte Aussagekraft besitzt.

Der Kurs der Airbus-Aktie notiert aktuell bei 213,45 Euro und liegt damit 3,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das erst im Januar erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 154,50 Euro aus dem März besteht dagegen ein Abstand von 38 Prozent.

Auf Jahressicht steht damit ein Plus von 8,1 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass der Markt die operative Stärke honoriert, auch wenn die Lieferzahlen zuletzt stagnierten. Ob Airbus den nötigen Lieferschub im zweiten Halbjahr tatsächlich liefert, dürfte für die weitere Kursentwicklung entscheidender sein als einzelne Analystenmeinungen.