Airbus macht Druck auf einen der teuersten Rüstungsstreitigkeiten Europas. Der Konzern signalisiert offiziell die Bereitschaft, das Future Combat Air System grundlegend umzubauen — mit zwei separaten Kampfflugzeugen statt einem gemeinsamen Modell.
Zwei Flugzeuge statt einem Kompromiss
Das FCAS-Programm soll Europa für rund 100 Milliarden Euro ein neues Kampfsystem der nächsten Generation liefern. Kernstück ist der sogenannte Next Generation Fighter — ein Kampfjet, der Drohnen, Sensoren und ein digitales Gefechtsnetz verbinden soll.
Das Problem: Frankreich braucht ein trägergestütztes Flugzeug mit Atomwaffenfähigkeit. Deutschland und Spanien wollen ein System zur Luftüberlegenheit. Diese unterschiedlichen Anforderungen haben das Programm jahrelang blockiert.
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Airbus schlägt nun vor, die nationalen Anforderungen in zwei separate Kampfjettypen aufzuteilen. Frankreich und Deutschland würden dann eigene Flugzeuge entwickeln, aber weiterhin gemeinsam an Drohnen, Sensoren und dem digitalen Gefechtsnetz arbeiten. Der Vorschlag zielt darauf ab, den Streit mit dem französischen Partner Dassault Aviation zu beenden, ohne das Gesamtprogramm zu gefährden.
Thailand bestellt C295-Transporter
Parallel läuft das klassische Exportgeschäft. Die Royal Thai Air Force hat zwei Airbus C295 Transportflugzeuge bestellt. Thailand setzt den Typ bereits seit 2016 ein — drei Maschinen für Truppentransport und Rettungseinsätze.
Die neuen Flugzeuge entstehen im Werk in Sevilla. Die erste Lieferung plant Airbus für die erste Jahreshälfte 2029.
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Kurs unter Druck, RSI im Keller
Die Aktie notiert aktuell bei 42,80 Euro — rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,50 Euro. Der RSI liegt bei knapp 11 und signalisiert damit eine extreme technische Überverkauft-Lage.
Hintergrund ist das schwierige Jahr im zivilen Flugzeugbau. Lieferkettenprobleme und Engpässe bei Pratt-&-Whitney-Triebwerken bremsen die Auslieferungen. Das drückt auf die kurzfristigen Finanzkennzahlen.
Die Rüstungssparte soll gegensteuern. Wachsende Verteidigungsbudgets in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum bieten dafür eine solide Grundlage. Ob der FCAS-Kompromiss tatsächlich trägt, entscheidet sich in den kommenden Verhandlungsrunden zwischen Paris, Berlin und Madrid.
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