Airbus zeigt sich in dieser Woche von zwei Seiten. Während die Auslieferungen im August unter Vorjahresniveau bleiben, sorgt die Weltraumsparte des Konzerns für Rückenwind – die Ariane-6-Rakete verbucht den größten Auftragseingang ihrer Geschichte.
Im August übergab Airbus insgesamt 57 Maschinen an Kunden, davon 53 aus der Single-Aisle-Familie und vier Großraumflieger. Grund für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist ein Werkzeugproblem bei der A330. Die DZ Bank bleibt trotz der Schwäche bei ihrer Kaufempfehlung und sieht das Jahresziel von 870 ausgelieferten Flugzeugen weiterhin in Reichweite.
Ariane-6 verbucht Rekordaufträge
Beim Pariser Weltraumgipfel meldete Arianespace Verträge für gut zehn Starts der leistungsstärksten Ariane-64-Version, die knapp 22 Tonnen Nutzlast ins All befördern kann. Allein sechs Starts hat der US-Konzern Amazon gebucht. Arianespace-Chef David Cavaillolès bezeichnete dies als die bislang größte Zahl von Aufträgen, die die Rakete je erhalten hat.
Die Ariane 6 hatte einen holprigen Start: Ursprünglich für 2020 geplant, verzögerte sich der Erstflug bis 2024, der erste kommerzielle Start folgte erst 2025. In diesem Jahr hoben bereits vier Raketen ab, für 2027 sind neun bis zehn weitere Flüge geplant.
Gebaut wird die Rakete von der Ariane Group, einem Gemeinschaftsunternehmen von Airbus mit dem französischen Triebwerkshersteller Safran, mit wichtigen Standorten in Bremen und Ottobrunn bei München.
Haifischhaut für die A330
Auf der Flugzeugseite kommt technischer Fortschritt aus Dresden: In den Elbe Flugzeugwerken wird weltweit erstmals ein Langstreckenflugzeug vom Typ A330 mit der sogenannten AeroSHARK-Hülle versehen. Die Technologie ahmt die Haut von Haifischen nach – mikroskopisch feine Rillen auf einer hauchdünnen Folie brechen Wasserverwirbelungen und senken den Reibungswiderstand in der Luft.
Bislang war das Verfahren nur für Varianten der Boeing 777 zertifiziert, nun folgt mit dem A330 das am zweithäufigsten für Langstrecken ausgelieferte Flugzeugmuster. Die Installation läuft an einer Maschine der Lufthansa-Tochter Discover Airlines und ist mit der behördlichen Zertifizierung für den Flugzeugtyp verbunden.
Die Aktie gab im XETRA-Handel zeitweise um gut zwei Prozent auf rund 196,56 Euro nach. Während die Liefer-Delle bei der A330 kurzfristig belastet, liefert das Raumfahrtgeschäft mit den Ariane-Aufträgen ein Gegengewicht – der Rekordauftragseingang unterstreicht, wie gefragt europäische Trägerraketen derzeit bei Betreibern wie Amazon sind.
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