398 Nettobestellungen in einem Quartal — 95 Prozent mehr als im Vorjahr. Airbus hat kein Nachfrageproblem. Was dem Konzern fehlt, sind Triebwerke. Und das schlägt sich nun auch im Aktienkurs nieder.
Die Aktie notiert rund 13 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts, der RSI von knapp 11 signalisiert einen technisch stark überverkauften Zustand. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 16 Prozent verloren — ein deutliches Zeichen, dass der Markt die Lieferkrise ernst nimmt.
Schlechteste Quartalsbilanz seit zwei Jahrzehnten
Im ersten Quartal 2026 lieferte Airbus 114 Flugzeuge aus — 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und 30 Prozent unter dem bisherigen Q1-Rekord aus dem Jahr 2019. Besonders schmerzhaft: Boeing überholte Airbus im Quartal mit 143 Auslieferungen. Eine seltene Konstellation.
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Der Engpass liegt bei Pratt & Whitney. Die Lieferungen der Neo-Familie — A319neo, A320neo und A321neo zusammen — brachen von 106 auf 81 Einheiten ein. Hunderte fertig montierte Schmalrumpfflugzeuge warten auf Triebwerke, die schlicht nicht kommen.
Klage gegen den Triebwerkslieferanten
Airbus hat die Auseinandersetzung mit Pratt & Whitney, einer Tochter von RTX Corp., auf eine neue Ebene gehoben. Im März 2026 reichte der Konzern eine formelle Schadensersatzklage ein. Das Volumen ist nicht öffentlich, dürfte aber in den dreistelligen Millionenbereich gehen. Solche Streitigkeiten landen typischerweise in der Schiedsgerichtsbarkeit — öffentliche Urteile sind die Ausnahme.
Was am 28. April auf dem Spiel steht
Am Dienstag, 28. April, legt Airbus seine Q1-Zahlen vor. Morgan Stanley erwartet einen Umsatzrückgang von acht Prozent auf 12,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT dürfte bei rund 311 Millionen Euro liegen — eine Marge von gerade einmal 2,5 Prozent. Gegenwind kommt von schlechter Fixkostenabsorption und ungünstigen Währungsabsicherungsraten.
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Lichtblicke gibt es in den Randbereichen: Defence & Space soll um acht Prozent wachsen, Helicopters um vier Prozent.
Mathematik des Aufholens
Das eigentliche Problem ist das Jahresziel. Airbus peilt für 2026 rund 870 Auslieferungen an, dazu ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro. Nach 114 Flugzeugen in Q1 müsste der Konzern in den verbleibenden neun Monaten durchschnittlich 84 Maschinen pro Monat ausliefern — deutlich mehr als bisher.
Der Auftragsbestand von 9.037 Flugzeugen zeigt, dass die Nachfrage stabil ist. Ob das Management am 28. April die Jahresziele glaubwürdig verteidigen kann — oder eine zweite Revision in Folge ankündigen muss — wird die entscheidende Frage des Analystengesprächs sein.
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