Am kommenden Montag rückt der Herzogenrather Halbleiterausrüster offiziell in den STOXX Europe 600 auf. Der damit verbundene Kaufzwang durch Indexfonds hat den Titel zuletzt spürbar angetrieben und operative Schwächen vorübergehend in den Hintergrund gedrängt. Wenn dieser passive Geldfluss abebbt, muss die fundamentale Basis beweisen, dass sie die aktuell ambitionierte Bewertung rechtfertigt.
Die anstehende Aufnahme in den breit gefassten europäischen Index zwingt institutionelle Anleger dazu, die Papiere physisch zu erwerben, um Tracking-Fehler in ihren Portfolios zu vermeiden. Dieser mechanische Kaufdruck bescherte dem Titel allein seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von gut 66 Prozent. Am vergangenen Mittwoch markierte der Kurs mit 33,78 Euro sogar ein neues 52-Wochen-Hoch, bevor er bis zum Handelsschluss am Freitag leicht auf 32,60 Euro korrigierte. Solche Indexeffekte sind an den Märkten real, verlieren aber nach dem Stichtag meist rasch an Wirkung.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Aixtron?
Operativer Spagat zwischen SiC und KI
Sobald die Umschichtungen der ETFs abgeschlossen sind, rückt das eigentliche Geschäft wieder in den Fokus. Hier zeigt sich ein gemischtes Bild für das laufende Übergangsjahr. Während die Nachfrage nach Siliziumkarbid-Anlagen (SiC) zyklisch eingebrochen ist und Restrukturierungskosten am Stammsitz verursacht, entwickelt sich das Optoelektronik-Segment zum rettenden Anker.
Getrieben vom Ausbau der KI-Rechenzentren erwartet Vorstandschef Felix Grawert in diesem Bereich eine Verdopplung des Umsatzbeitrags für 2026. Bereits Ende des vergangenen Jahres stammten zwei Drittel dieser Erlöse aus Rechenzentrums-Anwendungen, flankiert von einem kräftigen Auftragsplus von 37 Prozent im Schlussquartal.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Aixtron?
Hohe Erwartungen, wenig Spielraum
Die Bilanz des vergangenen Jahres verdeutlicht die aktuelle Delle: Der Umsatz sank um zwölf Prozent auf 556,6 Millionen Euro, das operative Ergebnis schrumpfte um ein Viertel. Für 2026 plant das Management konservativ mit Erlösen um die 520 Millionen Euro. Trotz dieser rückläufigen Tendenz und einer stabilen, aber niedrigen Dividende von 15 Cent je Aktie wird das Unternehmen an der Börse mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 45 bewertet. Der Markt preist damit bereits erhebliches zukünftiges Wachstum ein, insbesondere durch den Hoffnungsträger Galliumnitrid ab 2027.
Mit dem Abschluss der ETF-Käufe in der kommenden Woche entfällt der automatische Kurstreiber. Am 30. April präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Bericht wird den ersten konkreten Beleg dafür liefern, wie stark das wachsende KI-Lasergeschäft die anhaltende Schwäche im Siliziumkarbid-Segment tatsächlich abfedert.
Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:
Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Aixtron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


