Der chinesische Tech-Konzern Alibaba geht vor einem US-Bundesgericht gegen das Pentagon vor. Auslöser: die Einstufung als „Chinese Military Company“. Das Unternehmen bestreitet jede Verbindung zum Militär Pekings.

Im Juni 2026 reichte Alibaba Klage in San José, Kalifornien, ein. Ziel ist die Streichung von einer Liste, die das US-Verteidigungsministerium wenige Tage zuvor aktualisiert hatte. Darauf stehen mehrere große chinesische Technologie- und Industriefirmen. Alibaba bezeichnet die Einstufung als unzutreffend.

Klage und KI-Streit gleichzeitig

Parallel zur Pentagon-Klage sieht sich Alibaba mit schweren Vorwürfen aus der US-Tech-Szene konfrontiert. Die KI-Firma Anthropic, bekannt für ihr Claude-Modell, wirft dem chinesischen Konzern Industriespionage vor.

Laut Anthropic sollen Akteure mit Verbindung zu Alibaba rund 25.000 Fake-Accounts genutzt haben. Ziel: Millionen Interaktionen mit dem Claude-Modell generieren, um dessen Fähigkeiten abzuschöpfen. Alibaba weist die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen verstärken den Druck auf die internationalen Geschäfte des Unternehmens – vor allem im KI-Bereich.

Kurs nahe 52-Wochen-Tief

Die Doppelbelastung aus Rechtsstreit und Spionagevorwürfen setzt der Aktie massiv zu. Am Freitag schloss das Papier bei 83,50 Euro. Das Minus der vergangenen 30 Tage liegt bei 24 Prozent. Am 26. Juni 2026 markierte die Aktie mit 79,50 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Der RSI von 14 Tagen liegt bei 17,4 Punkten. Das ist ein klares Zeichen für überverkaufte Kurse. Seit dem Hoch im Oktober 2025 bei 161,60 Euro hat Alibaba fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Was Anleger jetzt wissen müssen

Die Klage gegen das Pentagon gilt als Präzedenzfall. Sie könnte Maßstäbe setzen für künftige Regulierungen global agierender Tech-Konzerne. Der Streit mit Anthropic zeigt zudem: Geistiges Eigentum und KI-Entwicklung werden zum geopolitischen Zankapfel.

Hinzu kommen Aktienrückkäufe, mit denen Alibaba versucht, die Kapitalstruktur zu stabilisieren. Ob das reicht, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, ist offen. Die kommenden Wochen im Gerichtssaal dürften richtungsweisend sein.