Alibaba Aktie: Die 100-Milliarden-Wette

Alibaba verzeichnet starken Gewinnrückgang und reduziert Personal, während die Cloud- und KI-Sparte boomt. Das Unternehmen setzt mit einer 100-Milliarden-Umsatzvision voll auf Künstliche Intelligenz.

Alibaba Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettogewinn bricht um 66 Prozent ein
  • Cloud-Umsatz steigt um 36 Prozent
  • Personalbestand um ein Drittel reduziert
  • Fünf-Jahres-Ziel von 100 Mrd. USD für Cloud

Der chinesische Tech-Gigant Alibaba vollzieht derzeit einen der radikalsten Konzernumbauten seiner Geschichte. Während der Gewinn im abgelaufenen Quartal stark einbrach und die Belegschaft um ein Drittel schrumpfte, boomt das Cloud-Geschäft. Mit einem aggressiven Umsatzziel richtet das Management den Fokus nun voll auf Künstliche Intelligenz.

Auf den ersten Blick wirken die jüngsten Quartalszahlen alarmierend. Der Nettogewinn stürzte im Jahresvergleich um 66 Prozent ab. Verantwortlich für diesen Rückgang sind gewaltige Investitionen in neue Technologien, die das Fundament für zukünftiges Wachstum legen sollen. Gleichzeitig kletterten die Cloud-Erlöse um 36 Prozent auf 6,1 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen aus KI-Produkten verdoppelten sich sogar das zehnte Quartal in Folge.

Dieser strategische Schwenk spiegelt sich direkt in der Personalstruktur wider. Im Laufe des Jahres 2025 reduzierte Alibaba seine Belegschaft um rund 34 Prozent auf gut 128.000 Mitarbeiter. Ein Großteil dieses Abbaus resultiert aus dem Rückzug aus dem stationären Einzelhandel, darunter der Verkauf der Anteile an der Supermarktkette Sun Art und der Kaufhauskette Intime. Das Unternehmen trennt sich konsequent von personalintensiven Sparten, um Kapital für die KI-Offensive freizumachen.

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Ambitionierte Ziele und Preissteigerungen

Das Herzstück der neuen Strategie ist ein ehrgeiziges Ziel: In den nächsten fünf Jahren soll der externe Cloud-Umsatz auf 100 Milliarden US-Dollar anwachsen. Ausgehend von den aktuell hochgerechneten 25 Milliarden US-Dollar erfordert dies ein anhaltend hohes Wachstum. Um die explodierenden Infrastrukturkosten aufzufangen, zieht Alibaba Cloud nun die Preisschraube an. Ab dem 18. April 2026 steigen die Tarife für bestimmte KI-Rechen- und Speicherdienste um bis zu 34 Prozent.

Anstatt nur einzelne Produkte anzubieten, baut der Konzern ein komplettes KI-Ökosystem auf. Dieses reicht von der Cloud-Infrastruktur über eigene Sprachmodelle bis zur neuen Unternehmensplattform Wukong. Analysten sehen in der Umsetzung allerdings erhebliche Risiken. Die US-Exportbeschränkungen für KI-Chips erschweren den Ausbau der Rechenkapazitäten. Zudem sorgte die Aufnahme in eine schwarze Liste des US-Verteidigungsministeriums im Februar 2026 innerhalb weniger Stunden für Milliardenverluste beim Börsenwert.

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Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch

Die Unsicherheit lastet spürbar auf dem Papier. Aktuell notiert die Aktie bei 109,80 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von 17,44 Prozent. Ein massives Finanzpolster von rund 42,5 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln sichert die strategische Neuausrichtung jedoch ab. Entsprechend positiv fallen die jüngsten Einschätzungen der Wall Street aus:

  • Jefferies: Kaufempfehlung bestätigt, Kursziel auf 212 US-Dollar angepasst.
  • US Tiger Securities: Hochstufung von „Halten“ auf „Kaufen“ aufgrund der KI-Dynamik.
  • BofA Securities: Kaufempfehlung mit Kursziel 180 US-Dollar beibehalten.
  • Morgan Stanley: „Overweight“-Rating mit Kursziel 180 US-Dollar bestätigt.

Mit einem Marktanteil von über 35 Prozent dominiert Alibaba Cloud den heimischen Markt. Die für April angekündigten Preiserhöhungen werden der erste echte Härtetest sein, ob Unternehmenskunden bereit sind, die massiven Investitionen in das neue KI-Ökosystem finanziell mitzutragen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.