Alibaba verbindet seinen Ausbau der KI-Infrastruktur mit einem konkreten Zugang zu Nutzern in China: Apple will das Modell Qwen in ausgewählte Funktionen von Apple Intelligence integrieren. Die gestern bestätigte Vereinbarung liefert damit einen Anwendungsfall für Alibabas KI-Technologie. Für Anleger rückt die Umsetzung in den Mittelpunkt: Auf einen Entwicklertest soll die öffentliche Einführung folgen.
Apple setzt den nächsten Terminanker
Nach Angaben von Apple soll der Betatest für Entwickler am 4. November beginnen. Die öffentliche Einführung ist für Dezember geplant. Vorgesehen ist die Einbindung von Qwen unter anderem in Siri, Writing Tools und Visual Intelligence für Nutzer in China.
Die Vereinbarung ist damit noch nicht mit einer bereits erfolgten breiten Einführung gleichzusetzen. Ihre Bedeutung liegt zunächst im geplanten Einsatz des Modells innerhalb konkreter Apple-Funktionen. Der nächste Schritt ist der angekündigte Entwicklertest; die öffentliche Nutzung bleibt an den vorgesehenen Einführungsplan gebunden.
Der Freitagsschlusskurs von 87,80 € bildet noch keine Reaktion auf die am Samstag bestätigte Vereinbarung ab. Damit lässt sich die Börsenbewertung dieser Nachricht aus diesem Schlussstand nicht ableiten.
Infrastruktur für weitere KI-Nachfrage
Parallel erweitert Alibaba Cloud seine Infrastruktur. Am Donnerstag eröffnete das Unternehmen seine erste öffentliche Cloud-Region in den Niederlanden. In Amsterdam stehen zwei Rechenzentren bereit, um europäische Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten zu bedienen.
Beide Meldungen betreffen unterschiedliche Seiten des KI-Geschäfts: In Europa erweitert Alibaba Cloud die verfügbaren Kapazitäten. In China soll Qwen in Anwendungen eines Partners einziehen. Die Apple-Vereinbarung ergänzt den Ausbau damit um einen konkreten geplanten Einsatz des Modells.
Wie umfangreich die Investitionspläne im chinesischen Technologiesektor ausfallen, unterstreicht ein Reuters-Bericht vom 20. Oktober. Demnach bestellten Alibaba, ByteDance und Tencent zusammen mehr als drei Millionen Nvidia-Grafikkarten des Typs RTX PRO 5500. Reuters zufolge konnte Nvidia die vollständige Belieferung nicht garantieren. Die Gesamtbestellung lässt sich dabei nicht Alibaba allein zurechnen.
Regulatorische Risiken bleiben bestehen
Der KI-Fortschritt beseitigt die regulatorischen Belastungen nicht. Chinas Marktaufsicht verlangte am 22. Oktober bei einem Treffen mit großen Onlineplattformen stärkere Qualitätskontrollen. Zu den Teilnehmern gehörte auch Alibabas Taobao und Tmall Group.
Auch der gerichtliche Erfolg in den USA war begrenzt. Ein Bundesrichter gab am 26. Oktober Alibabas Antrag auf eine einstweilige Verfügung statt. Sie beschränkt Sanktionen gegen Pentagon-Auftragnehmer allein wegen bestimmter Kontakte zu Firmen, die Lobbyarbeit für Alibaba betreiben. Alibabas Einstufung als chinesisches Militärunternehmen blieb jedoch bestehen.
Für Anleger steht somit ein konkreter KI-Einführungsplan neben fortbestehenden regulatorischen Risiken. Der unmittelbar nächste operative Prüfpunkt ist der von Apple angekündigte Entwicklertest.
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