Monatelang lieferten sich Chinas Tech-Giganten eine ruinöse Rabattschlacht im Lieferdienst-Sektor, die Milliarden an Gewinnen vernichtete. Nun greift die Regierung in Peking ein und will dem aggressiven Preiskampf einen Riegel vorschieben. Für Alibaba könnte diese regulatorische Vollbremsung genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, um die zuletzt stark belasteten Margen wieder auf Kurs zu bringen.
Teure Marktanteile
Wie zerstörerisch der Wettbewerb zuletzt war, zeigen die jüngsten Bilanzen. Konkurrent Meituan verbuchte für das Jahr 2025 einen Nettoverlust von umgerechnet 3,4 Milliarden US-Dollar. Auch Alibaba mischte kräftig mit und pumpte im vergangenen Juli 50 Milliarden Yuan in sein Sofortliefergeschäft Taobao Instant Commerce. Diese enormen Ausgaben hinterließen tiefe Spuren: Das bereinigte operative Ergebnis der chinesischen E-Commerce-Sparte brach im Jahresvergleich um 43 Prozent ein.
Letzten Mittwoch reagierten die Börsen prompt auf Berichte, wonach Chinas oberste Kartellbehörde gegen unfaire Wettbewerbspraktiken vorgehen will. Die Alibaba-Papiere legten um 4,6 Prozent zu, während Meituan in Hongkong sogar um 14 Prozent nach oben schoss. Anleger werten das Eingreifen der Aufseher als ersten konkreten Schritt zu einer Normalisierung der Branche.
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Licht und Schatten in der Bilanz
Der Blick auf das abgelaufene Dezember-Quartal verdeutlicht den finanziellen Spagat des Konzerns. Während der Umsatz leicht auf 40,7 Milliarden Dollar stieg, sackte der Nettogewinn um 66 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar ab. Rechnet man verkaufte Einzelhandelssparten heraus, lag das zugrundeliegende Umsatzwachstum immerhin bei neun Prozent. Das Segment Taobao Instant Commerce wuchs sogar um 56 Prozent, was belegt, dass Alibaba in diesem umkämpften Marktsegment Marktanteile gewinnt.
Ein starkes Gegengewicht zu den teuren Lieferdiensten bildet weiterhin das Cloud-Geschäft. Hier kletterten die Erlöse mit externen Kunden um rund 35 Prozent. Besonders KI-bezogene Produkte verzeichneten das zehnte Quartal in Folge dreistellige Wachstumsraten. Zudem integriert Alibaba seine KI-App Qwen, die im Februar 2026 bereits 300 Millionen aktive Nutzer zählte, zunehmend in bestehende Dienste wie Taobao oder Alipay.
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Analysten bleiben optimistisch
Trotz des kurzfristigen Drucks auf die Profitabilität hält die Wall Street dem Tech-Riesen die Treue. Von 25 Analysten raten aktuell 19 zum starken Kauf der Papiere, fünf weitere empfehlen das Halten. Das durchschnittliche Kursziel von 186,50 Dollar signalisiert ein Aufwärtspotenzial von knapp 49 Prozent. Experten wie Alicia Yap von der Citigroup rechnen in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Rückgang der branchenweiten Subventionen.
Das Management von Alibaba bestätigte bereits eine spürbare Erholung der Handelsvolumina im laufenden März-Quartal. Gelingt es dem Konzern nun, seine breite Nutzerbasis ohne teure Rabatte im Sofortliefergeschäft zu halten, dürfte die regulatorische Einmischung Pekings zu einer direkten und messbaren Margenerholung führen.
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