Nach einer Phase aggressiver Preissenkungen von bis zu 55 Prozent im Jahr 2024 dreht Alibaba Cloud jetzt an der Preisschraube. Das Unternehmen erhöht die Kosten für ausgewählte KI-Komponenten — und begründet das offen mit dem Druck, milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen zu monetarisieren.
Höhere Preise, neue Plattform
Die Preisanpassungen betreffen gezielt stark nachgefragte Dienste innerhalb des Alibaba Cloud-Ökosystems. Die hauseigenen T-Head-KI-Chips, darunter das Modell Zhenwu 810E, verteuern sich um fünf bis 34 Prozent. Für den Cloud Parallel File Storage steigen die Preise um 30 Prozent. Als Begründung nennt das Management globale Lieferkettenprobleme sowie die Notwendigkeit, die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur rentabel zu machen — Investitionen, die bis 2028 die Marke von 55 Milliarden US-Dollar überschreiten sollen.
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Gleichzeitig präsentierte Alibaba die neue KI-Plattform „Wukong“, die sich gezielt an Unternehmenskunden richtet. Aktuell noch im geschlossenen Beta-Betrieb, ist sie als Desktop-Anwendung und über das DingTalk-Ökosystem mit mehr als 20 Millionen Firmenkunden verfügbar. Geplant ist die Integration mit externen Tools wie Slack und Microsoft Teams sowie internen Diensten wie Taobao und Alipay. Wukong gehört zur neu gegründeten Geschäftseinheit „Alibaba Token Hub“, die CEO Eddie Wu persönlich leitet — und positioniert den Konzern direkt als Konkurrenten zu Microsoft Copilot und Google Workspace AI.
Branchentrend und Zahlen morgen
Alibaba steht mit dieser Kehrtwende nicht allein. Baidu hat ebenfalls Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent für KI-Cloud-Dienste ab April 2026 angekündigt, Tencent zog bei seinen Hunyuan-Sprachmodellen nach. Die chinesische Tech-Branche scheint gemeinsam den Schritt von der Marktanteilsstrategie hin zu tragfähigen Margen zu vollziehen.
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Die Nachfrage hält dem Preisanstieg bislang stand: Alibabas auf dem Qwen-Modell basierende Shopping-Agenten verarbeiteten in einer kürzlich durchgeführten Testphase zehn Millionen Bestellungen in nur neun Stunden.
Morgen, am 19. März 2026, legt Alibaba seine Quartalszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Markt erwartet ein Umsatzwachstum von rund 3,8 bis 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum — allerdings rechnen Analysten im Konsens mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie um rund 47,7 Prozent, was die hohen Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur widerspiegelt. Die Aktie notiert aktuell bei 122,00 Euro und damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 161,60 Euro.
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