Alibaba will den Einkauf in Taobao neu ordnen. Statt knapper Suchbegriffe setzt der Konzern auf ein Gespräch mit der eigenen KI Qwen. Das ist mehr als ein technisches Update. Es geht um mehr Interaktion, mehr Kaufimpulse und am Ende um mehr Kontrolle über den Umsatzmix.
KI wird zum Einkaufsassistenten
Der neue Qwen AI Shopping Assistant ist in Taobao eingebunden. Nutzer können laut Alibaba mit der Anwendung durch ein Sortiment von mehr als vier Milliarden Artikeln navigieren, vergleichen und bestellen. Dazu kommen Funktionen wie virtuelle Anproben, automatische Preisbeobachtung und die Berechnung von Rabatten in Echtzeit.
Damit verschiebt sich der Fokus im E-Commerce. Alibaba will nicht mehr nur Suchergebnisse liefern. Der Konzern will Kaufentscheidungen aktiv begleiten. Das dürfte vor allem die Verweildauer erhöhen und die Plattform stärker an den einzelnen Nutzer binden.
Hinzu kommt ein strategischer Aspekt. Taobao verdient seit Jahren einen erheblichen Teil über Werbung. Mit Qwen rückt Alibaba näher an ein Modell heran, das stärker über Produktinteraktion und weniger über Anzeigen funktioniert. Das ist ein wichtiger Umbau, auch wenn er zunächst Kosten verursacht.
Investoren rechnen mit Gegenwind
Der Kurs reagiert darauf mit einer gemischten Ausgangslage. Die Aktie schloss gestern bei 116,60 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen liegt sie 7,17 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn aber noch 12,33 Prozent im Minus. Vom 200-Tage-Durchschnitt ist das Papier mit rund 9,9 Prozent entfernt.
Der operative Umbau trifft auf eine sensible Phase. In den kommenden Tagen legt Alibaba die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vor. Der Markt rechnet mit einem Umsatz von rund 246,5 Milliarden Yuan. Analysten erwarten zugleich, dass höhere Investitionen in KI-Infrastruktur und Marketing kurzfristig auf die Gewinne drücken.
Die Stimmung bleibt dennoch überwiegend konstruktiv. Mehrere Häuser halten an Kaufempfehlungen fest und sehen das Kursziel im Schnitt deutlich über dem aktuellen Niveau. Entscheidend ist nun, wie stark die neuen KI-Funktionen bereits auf Nutzung und Ertrag durchschlagen.
Der Test kommt im Shopping-Feuerwerk
Alibaba steht mit dem Schritt nicht allein da. Auch andere große Technologiekonzerne bauen Sprachmodelle direkt in Handelsplattformen ein. Der Zweck ist klar: Nutzer sollen länger bleiben, öfter klicken und einfacher kaufen.
Für Alibaba kommt der Praxistest in der nächsten Einkaufswelle. Dann zeigt sich, ob Qwen Taobao mehr Relevanz verschafft oder nur zusätzliche Kosten erzeugt. Die Quartalszahlen in den nächsten Tagen dürften dafür den ersten harten Hinweis liefern.
Alibaba-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alibaba-Analyse vom 12. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Alibaba-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alibaba-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alibaba: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

