Selten sind sich die großen Wall-Street-Häuser so einig: Alibaba gilt derzeit als einer der überzeugendsten KI-Werte aus China. Die Aktie legt im April kräftig zu — und das trotz eines Gewinneinbruchs, der jeden Dividendeninvestor erschrecken würde.
KI-Modelle im Schnelltakt
Hinter dem Kursaufschwung steckt eine bemerkenswerte Produktoffensive. Innerhalb weniger Wochen hat Alibaba gleich mehrere neue KI-Modelle vorgestellt. Das jüngste heißt Happy Oyster und generiert dreidimensionale Spielwelten — ein sogenanntes World Model, das physische Realität simulieren soll. Dazu kommt HappyHorse, ein Videogenerierungsmodell, das laut Rankings von Artificial Analysis ByteDances virales Seedance 2.0 bei der Videogenerierung ohne Audio übertrifft.
Stansberry-Analyst Brian Tycangco lobt Alibabas Strategie, viele spezialisierte Modelle parallel zu betreiben: Ein einzelnes Großmodell mit enormem Funktionsumfang sei für viele KI-Märkte schlicht zu teuer. Die Breite des Portfolios mache Alibaba effizienter als Wettbewerber.
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Was die Banken sagen
Bernstein bestätigt sein Overweight-Rating und schätzt, dass Alibabas KI-Investitionen im März-Quartal auf rund 20 Milliarden Yuan gestiegen sind — fast doppelt so viel wie im Vorquartal. Das Kursziel für die US-notierten Aktien liegt bei 186 Dollar. Barclays hält ebenfalls an Overweight fest, senkte das Kursziel leicht auf 186 Dollar und wertet die höheren Infrastrukturausgaben als notwendige Investition. Bank of America sieht in HappyHorse einen Hebel für neue Unternehmenskunden und bewertet die Aktie mit Buy und einem Kursziel von 172 Dollar.
Der Preis der Ambition
Die Kehrseite ist eindeutig. Der Non-GAAP-Nettogewinn brach im jüngsten Quartal um 67 Prozent ein, der freie Cashflow fiel um 71 Prozent — beides direkte Folge explodierender Investitionsausgaben. Wer auf schnelle Profitabilität hofft, wartet vergeblich.
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Allerdings wächst das Cloud-Geschäft mit 36 Prozent, KI-bezogene Produktumsätze verzeichnen das zehnte Quartal in Folge dreistellige Wachstumsraten. CEO Eddie Wu hat das Ziel ausgegeben, in fünf Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar kombinierte Cloud- und KI-Erlöse zu erzielen. Über 80 Prozent der offenen Stellen im Konzern entfallen inzwischen auf KI-Rollen — ein strukturelles Signal für den Umbau des Unternehmens.
Die Aktie notiert bei rund 120 Euro und damit knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, aber noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 161,60 Euro. JPMorgan zitiert das Management mit dem Hinweis, Alibabas Cloud nicht als klassisches Infrastrukturgeschäft zu bewerten, sondern als vollständigen KI-Stack mit wachsendem Monetarisierungspotenzial durch Modell-Services und Token-Verbrauch. Wer dieser Logik folgt, bekommt ein Unternehmen, das seine Profitabilität bewusst opfert — und darauf wettet, dass die KI-Rechnung in einigen Jahren aufgeht.
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