Alibaba Aktie: Zhenwu M890 mit 144 Gigabyte GPU-Speicher

Alibaba präsentiert neue KI-Hardware und Sprachmodell, strebt nach Unabhängigkeit von ausländischen Halbleitern. Die Aktie reagiert verhalten.

Alibaba Aktie
Kurz & knapp:
  • Eigener KI-Chip Zhenwu M890 vorgestellt
  • Neues Sprachmodell Qwen 3.7-Max präsentiert
  • KI-Umsatzanteil bei Cloud bei 30 Prozent
  • Aktie trotz Offensive im Minus

Alibaba schaltet bei Künstlicher Intelligenz sichtbar hoch. Auf dem Cloud Summit in Hangzhou stellte der Konzern eigene Chips, Server und ein neues Sprachmodell vor. Der rote Faden ist klar: weniger Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern, mehr Kontrolle über die eigene Infrastruktur.

Die Börse reagiert dennoch zurückhaltend. Die Aktie notiert bei 111,60 Euro und damit 3,46 Prozent tiefer als am Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16,09 Prozent zu Buche.

Eigene Chips für eigene Rechenzentren

Im Mittelpunkt stand der neue KI-Chip Zhenwu M890 aus der T-Head-Sparte. Alibaba spricht von einer dreifachen Leistung gegenüber dem Vorgänger 810E. Der Chip bringt 144 Gigabyte GPU-Speicher und eine Bandbreite von 800 Gigabyte pro Sekunde mit.

Das ist kein kosmetisches Update. Der Konzern zielt auf Anwendungen, die viel Speicher und schnelle Datenwege brauchen, vor allem autonome KI-Agenten. Dazu passt das neue Serversystem Panjiu AL128, das 128 dieser Beschleuniger integriert.

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Alibaba baut die Halbleiterstrategie seit Längerem aus. T-Head meldete bereits mehr als 560.000 ausgelieferte Chips der Zhenwu-Reihe an über 400 Kunden in 20 Branchen. Für die nächsten Schritte nennt der Konzern mit V900 und J900 auch schon einen Fahrplan bis 2028.

Qwen soll Geld verdienen

Parallel dazu stellte Alibaba das Sprachmodell Qwen 3.7-Max vor. Das Modell soll komplexe Programmier- und Denkaufgaben besser bewältigen und bis zu 35 Stunden am Stück laufen. Dazu kommt eine ausgeweitete Tool-Nutzung, was vor allem für Unternehmensanwendungen wichtig ist.

Für den Markt ist aber ein anderer Punkt entscheidend: Alibaba spricht inzwischen von einer kommerziellen Ertragsphase im KI-Geschäft. Laut Konzern machen KI-nahe Aktivitäten bereits 30 Prozent der externen Umsätze von Alibaba Cloud aus. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass aus der Technik mehr werden soll als nur ein Prestigeprojekt.

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Hinzu kommt ein massives Investitionsprogramm. Rund 380 Milliarden Yuan will Alibaba in den kommenden drei Jahren in Cloud- und KI-Infrastruktur stecken. Das zeigt, wie ernst der Konzern den Ausbau seines Model-as-a-Service-Geschäfts nimmt.

Markt honoriert die Richtung noch nicht voll

An der Wall Street wird vor allem die strategische Wirkung bewertet. Alibaba könnte im chinesischen Markt zu einer belastbaren Alternative für westliche Chip-Lösungen werden. Die neue Hardware gilt zwar nicht als direkter Gegner der Spitzen-GPUs aus dem Ausland, aber als brauchbare Option für heimische Rechenzentren.

Goldman Sachs blieb nach dem Summit bei einer Kaufempfehlung. Die Bank verweist auf die starke Dynamik im KI-Cloud-Geschäft und auf mögliche Margenverbesserungen durch eigene Hardware. Der Kurs läuft dieser Geschichte bisher aber hinterher: Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie 3,13 Prozent im Minus und notiert auch deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 129,91 Euro.

Alibaba sendet damit ein klares Signal. Der Konzern will die KI-Wertschöpfungskette von oben bis unten selbst kontrollieren. Am Markt dürfte nun zählen, ob die neuen Chips und Modelle die Cloud-Umsätze in den nächsten Quartalen weiter nach oben ziehen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.