Der Versicherungskonzern Allianz baut sein Geschäft in der Vermögensverwaltung massiv um. Ab dem zweiten Halbjahr 2026 bringt die Tochtergesellschaft Allianz Global Investors aktiv gemanagte ETFs auf den europäischen Markt. Die Münchner reagieren damit auf einen rasant wachsenden Trend. Anleger suchen zunehmend nach flexiblen Fonds mit der Transparenz klassischer Indexprodukte.

Angriff im ETF-Markt

Aktive ETFs gelten in Europa als starker Wachstumsmarkt. Experten rechnen bis 2029 mit einem verwalteten Vermögen von rund 165 Milliarden Euro in diesem Segment. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 25 Prozent. Klassische Fonds wachsen deutlich langsamer. Die Folge: ein lukrativer Markt für neue Produkte.

AllianzGI-Chef Tobias Pross sieht in dem aktiven Ansatz einen klaren Vorteil. Fondsmanager können so in Echtzeit auf Marktveränderungen reagieren. Die neuen europäischen Fonds bauen auf Erfahrungen aus Taiwan auf. Dort bietet AllianzGI solche ETFs bereits seit 2025 an.

Asien-Fonds und Aktienrückkäufe

Parallel dazu treibt der Konzern sein Geschäft in Asien voran. Am Montag schloss AllianzGI die erste Finanzierungsrunde für einen neuen Infrastrukturfonds ab. Investoren sagten 270 Millionen US-Dollar zu. Der Fonds vergibt private Kredite an Unternehmen in Süd- und Südostasien. Das Geld fließt in erneuerbare Energien, digitale Infrastruktur und Logistik. Der endgültige Abschluss des Fonds ist für 2027 geplant.

Neben der Expansion belohnt die Allianz ihre Aktionäre. Das laufende Aktienrückkaufprogramm schreitet zügig voran. Allein in der vergangenen Woche erwarb der Konzern knapp 350.000 eigene Papiere. Das Gesamtvolumen des Programms liegt bei 2,5 Milliarden Euro. Bis Ende 2026 will das Management die Käufe abschließen. Die erworbenen Anteile zieht das Unternehmen anschließend ein.

An der Börse kommt der strategische Kurs gut an. Die Allianz-Aktie notiert aktuell bei 391,90 Euro und legte auf Monatssicht gut zehn Prozent zu. Damit bewegt sich das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch. Solange das milliardenschwere Rückkaufprogramm den Kurs stützt, bleibt der Weg nach unten für die Aktie gut abgesichert.