Der globale Versicherungsmarkt wächst — und Allianz liefert die Zahlen dazu. Der am Mittwoch veröffentlichte „Global Insurance Report 2026“ zeichnet ein Bild einer Branche im Aufwind, die sich allerdings in einem zunehmend komplizierteren Umfeld behaupten muss.
Krankenversicherung treibt das Wachstum
Das weltweite Prämienvolumen kletterte 2025 auf 6,9 Billionen Euro — ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt das Wachstum zwar unter dem außergewöhnlichen Wert von 2024, aber spürbar über dem Zehn-Jahres-Schnitt von 5,6 Prozent.
Das auffälligste Signal kommt aus der Krankenversicherung. Mit einem Zuwachs von 12,3 Prozent verzeichnet das Segment das stärkste Wachstum seit 2014. Treiber sind alternde Bevölkerungen, steigende Behandlungskosten und der wachsende Druck auf staatliche Gesundheitssysteme. Besonders ausgeprägt ist der Trend in Nordamerika: 14,9 Prozent Wachstum, die USA allein stehen für mehr als 70 Prozent der globalen Krankenversicherungsprämien.
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Anders das Bild in der Schaden- und Unfallversicherung. Das Wachstum verlangsamte sich auf 3,8 Prozent — in Nordamerika sogar von 9,7 auf 2,2 Prozent. Preiszyklen reifen aus, die Schadeninflation stabilisiert sich.
Geopolitik als neues Strukturrisiko
Allianz-Chefökonom Ludovic Subran benennt den eigentlichen Stresstest der Branche: Geopolitische Fragmentierung kehrt Jahrzehnte alter Annahmen um. Resilienz verdrängt Effizienz als Leitprinzip — das macht Geschäftsmodelle teurer und komplexer. Traditionelle Diversifikationsvorteile grenzüberschreitender Versicherer geraten unter Druck.
Kein Wunder, dass Subran gleichzeitig auf neue Chancen hinweist. Infrastruktur, Energiesicherheit und politische Risiken erzeugen eine wachsende Nachfrage nach Spezialversicherungen — Segmente, in denen Allianz traditionell stark aufgestellt ist.
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Prognose: Billionenmarkt bis 2036
Allianz Research erwartet für die kommenden zehn Jahre ein jährliches Marktwachstum von 5,3 Prozent. Das würde den globalen Prämienpool bis 2036 auf rund 12,1 Billionen Euro verdoppeln. Krankenversicherung bleibt mit prognostizierten 6,7 Prozent jährlich das wachstumsstärkste Segment, vor Leben mit 4,9 Prozent und Schaden/Unfall mit 4,7 Prozent.
Asien — allen voran China und Indien — soll dabei rund fünf Prozentpunkte globalen Marktanteil hinzugewinnen. Westeuropa verliert entsprechend an relativem Gewicht. Als strukturelle Bremse benennt der Report den Klimawandel: Versicherte Naturkatastrophenverluste steigen real um fünf bis sieben Prozent jährlich und kollidieren mit der nachlassenden Kaufkraft vieler Haushalte.
Die Allianz-Aktie notiert aktuell bei 381,40 Euro und liegt damit knapp drei Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 394,80 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein leichtes Minus von rund zwei Prozent — über zwölf Monate beträgt das Plus jedoch fast zehn Prozent.
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