Die Allianz bereitet Veränderungen im Vertrieb für das kommende Jahr vor. Im Mittelpunkt steht die am 14. Oktober vereinbarte Partnerschaft mit der National Bank of Greece. Sie verbindet einen geplanten Minderheitseinstieg bei Allianz European Reliance mit einer langfristigen exklusiven Bancassurance-Kooperation. Parallel dazu besetzt der Konzern Vertriebsressorts seiner deutschen Lebens- und Krankenversicherung neu.

Beteiligung und Kooperation in Griechenland

Nach Angaben der Allianz soll die National Bank of Greece einen Anteil von 30 % an Allianz European Reliance erwerben. Dafür haben beide Seiten einen Aktienkaufvertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung über die exklusive Partnerschaft schlossen die Bank und Allianz Griechenland ebenfalls ab.

Damit umfasst das Vorhaben zwei miteinander verbundene Elemente: die Beteiligung an der griechischen Gesellschaft und die Zusammenarbeit beim Versicherungsvertrieb über die Bank. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Der unterzeichnete Vertrag ist noch kein vollzogener Anteilserwerb.

Der Abschluss steht unter üblichen Bedingungen. Dazu gehören behördliche Genehmigungen. Den Start der Kooperation erwarten die Partner Anfang 2027. Dieser Zeitplan bleibt eine Erwartung und ist nicht mit einem bereits erfolgten Beginn der Zusammenarbeit gleichzusetzen.

Die Exklusivität betrifft dabei die vereinbarte Bancassurance-Partnerschaft. Sie ist neben dem vorgesehenen Minderheitsanteil ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit. Die Nachricht beschreibt somit nicht allein eine Veränderung der Eigentümerstruktur, sondern zugleich eine langfristige Vertriebsvereinbarung.

Neue Verantwortung im deutschen Vertrieb

Auch bei deutschen Allianz-Gesellschaften stehen personelle Veränderungen an. Wie am 7. Oktober mitgeteilt, übernimmt Sören Kupke zum 1. Januar 2027 den Vorstand Vertrieb der Allianz Lebensversicherungs-AG. Zugleich übernimmt er den Vorstand Maklervertrieb der Allianz Private Krankenversicherungs-AG.

Thomas Wiesemann scheidet zum 31. Dezember 2026 aus beiden Vorständen aus. Der Wechsel betrifft damit unterschiedliche Vertriebsressorts innerhalb der Gruppe.

Die Personalentscheidungen und die Griechenland-Vereinbarung sind eigenständige Maßnahmen. Ihr gemeinsamer Bezugspunkt ist der Vertrieb: In Griechenland geht es um eine exklusive Partnerschaft mit einer Bank, bei den deutschen Gesellschaften um die künftige Vorstandsverantwortung.

Quartalszahlen als nächster finanzieller Prüfstein

Für Anleger folgt der nächste angekündigte Einblick in die Geschäftsentwicklung am 12. November 2026. Dann will die Allianz Gruppe um 7 Uhr ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen.

Bis dahin ist beim Griechenland-Vorhaben vor allem der vereinbarte Rahmen entscheidend: Der Kaufvertrag und die exklusive Kooperation sind unterzeichnet. Für den Vollzug des Anteilserwerbs müssen jedoch noch die vereinbarten Bedingungen erfüllt werden.