Allianz: Deutschland erwartet 24.650 Insolvenzen

Allianz Trade korrigiert ihre globale Insolvenzprognose für 2026 deutlich nach oben. Der Nahostkonflikt treibt die erwarteten Unternehmenspleiten und gefährdet Millionen Arbeitsplätze weltweit.

Allianz Aktie
Kurz & knapp:
  • Insolvenzprognose für 2026 auf 6 Prozent verdoppelt
  • Rund 2,2 Millionen Jobs weltweit direkt gefährdet
  • Deutschland erwartet höchste Pleitezahl seit zehn Jahren
  • Allianz-Aktie notiert nahe am 52-Wochen-Hoch

Mehr Pleiten, mehr gefährdete Arbeitsplätze — und das schneller als erwartet. Die Allianz-Tochter Allianz Trade hat ihre globale Insolvenzstudie aktualisiert und die Prognosen für 2026 und 2027 deutlich nach oben korrigiert. Auslöser ist vor allem der Nahostkonflikt.

Weltweite Insolvenzen steigen doppelt so stark

Für 2026 rechnet Allianz Trade nun mit einem Anstieg der weltweiten Unternehmenspleiten um 6 Prozent — doppelt so viel wie die bisherige Schätzung von 3 Prozent. Es wäre der fünfte Anstieg in Folge.

Dahinter stecken handfeste Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. Rund 2,2 Millionen Jobs weltweit sind laut der Studie direkt gefährdet, 94.000 mehr als im Vorjahr. Europa trägt mit 1,3 Millionen potenziell betroffenen Stellen den größten Teil — Westeuropa und Nordamerika dürften beide ein 12-Jahres-Hoch bei den Insolvenzzahlen erreichen.

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Deutschland auf höchstem Stand seit einem Jahrzehnt

Für Deutschland erwartet Allianz Trade rund 24.650 Insolvenzen im Jahr 2026 — das höchste Niveau seit über zehn Jahren. Als Haupttreiber nennt der Kreditversicherer den Nahostkonflikt und den anhaltenden Handelsstreit mit den USA.

„Schon jetzt hat der Nahost-Konflikt auf Deutschland deutliche Auswirkungen, und auch der US-Handelskrieg ist längst nicht vorbei“, sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Worst-Case-Szenario — das Allianz Trade mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent beziffert — könnten die globalen Pleiten 2026 sogar um 10 Prozent zulegen, gefolgt von weiteren 3 Prozent im Jahr 2027.

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Konzern nah am Jahreshoch, Hauptversammlung naht

Für den Mutterkonzern ist das Bild zweigeteilt: Steigende Insolvenzen belasten das Kreditversicherungsgeschäft, erhöhen aber den Absicherungsbedarf der Wirtschaft. Die Allianz-Aktie notiert mit rund 390 Euro knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 394,80 Euro — ein deutliches Zeichen, dass der Markt die Konzernstärke höher gewichtet als die Risiken aus dem Kreditversicherungsbereich.

Auf Konzernebene bleibt die Kapitalstrategie intakt. Das Geschäftsjahr 2025 schloss Allianz mit einem operativen Rekordgewinn von 17,4 Milliarden Euro ab. Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm, das im Februar beschlossen wurde, läuft weiter.

Am 7. Mai folgen gleich zwei wichtige Termine: die Hauptversammlung in München und die Q1-Zahlen für 2026. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für 2025 eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie vor — ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Hauptversammlung endet zudem die Amtszeit von Aufsichtsratschef Michael Diekmann; als Nachfolger ist Dr. Jörg Schneider vorgesehen. Ob das operative Jahresziel von rund 17,4 Milliarden Euro im aktuellen Umfeld hält, wird der Vorstand dann erstmals mit frischen Zahlen belegen müssen.

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Über Dieter Jaworski 3348 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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