Allianz Trade: 6 Prozent Insolvenz-Anstieg 2026 erwartet

Allianz Trade prognostiziert 6 Prozent mehr Unternehmenspleiten 2026. Deutschland erreicht mit 24.650 Fällen den höchsten Stand seit über zehn Jahren.

Allianz Aktie
Kurz & knapp:
  • Globale Insolvenzen steigen um sechs Prozent
  • Nahostkonflikt und Handelsstreit als Hauptursachen
  • Rekordgewinn von 17,4 Milliarden Euro 2025
  • Hauptversammlung und Quartalszahlen im Mai

Allianz Trade, die Kreditversicherungstochter des Konzerns, schlägt Alarm. Die globalen Unternehmensinsolvenzen dürften 2026 um 6 Prozent steigen — doppelt so stark wie vor dem Nahostkonflikt erwartet. Für Deutschland rechnet der Kreditversicherer mit rund 24.650 Insolvenzen, dem höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.

Nahostkonflikt als Treiber

Als Hauptursachen nennt Allianz Trade den Nahostkonflikt und den anhaltenden Handelsstreit mit den USA. Beide Faktoren treiben Energiepreise und Transportkosten hoch, stören Lieferketten und erhöhen den Druck auf Unternehmen mit schwacher Preissetzungsmacht. Besonders betroffen: Bauwesen, Einzelhandel und Dienstleistungen.

Weltweit wären laut Studie 2,2 Millionen Arbeitsplätze direkt gefährdet — 94.000 mehr als im Vorjahr. Europa trägt mit 1,3 Millionen potenziell betroffenen Jobs den Löwenanteil, davon 209.000 in Deutschland.

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Das Worst-Case-Szenario, das Allianz Trade mit 35 Prozent Wahrscheinlichkeit beziffert, sieht sogar einen Anstieg der globalen Pleiten um 10 Prozent vor. Für 2027 rechnet der Kreditversicherer im Basisfall damit, dass sich Insolvenzen auf hohem Niveau einpendeln — ein Rückgang, wie zuvor erwartet, scheint vom Tisch.

Zweischneidig für den Mutterkonzern

Für die Allianz SE ist das Bild ambivalent. Mehr Insolvenzen bedeuten höhere Schadenszahlungen im Kreditversicherungsgeschäft — steigern aber auch den Absicherungsbedarf der Wirtschaft und damit die Nachfrage. 2025 erzielte der Konzern einen Rekordgewinn von 17,4 Milliarden Euro, die Solvency-II-Quote liegt bei komfortablen 218 Prozent. Für 2026 peilt das Management ein ähnliches Ergebnisniveau an.

Die Aktie notiert bei 388,20 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 394,80 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen hat sie rund 9,5 Prozent zugelegt.

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Dichter Mai für Aktionäre

Der Mai bringt mehrere wichtige Termine. Am 7. Mai findet die Hauptversammlung statt: Drei Aufsichtsratssitze werden neu besetzt, nachdem die Amtszeiten von Michael Diekmann, Sophie Boissard und Rashmy Chatterjee enden. Wer die vorgeschlagene Dividende von 17,10 Euro je Aktie vereinnahmen will, muss die Aktie bis zum 8. Mai im Depot halten.

Auf der Hauptversammlung steht außerdem ein verschärftes Vergütungssystem zur Abstimmung. Langfristboni verfallen künftig, wenn die Allianz-Aktie den STOXX Europe 600 Insurance Index über vier Jahre um mehr als 25 Prozentpunkte unterschreitet — bisher lag diese Schwelle bei 50 Prozentpunkten. Der Aufsichtsrat hatte das System nach einer Zustimmungsquote von lediglich 70,89 Prozent auf der Hauptversammlung 2025 überarbeitet.

Am 13. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026. Sie liefern den ersten konkreten Hinweis, ob das Jahresziel von rund 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis trotz des eingetrübten Insolvenzumfelds hält.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.