Allianz Trade, die Kreditversicherungstochter des Konzerns, schlägt Alarm. Die globalen Unternehmensinsolvenzen dürften 2026 um 6 Prozent steigen — doppelt so stark wie vor dem Nahostkonflikt erwartet. Für Deutschland rechnet der Kreditversicherer mit rund 24.650 Insolvenzen, dem höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.
Nahostkonflikt als Treiber
Als Hauptursachen nennt Allianz Trade den Nahostkonflikt und den anhaltenden Handelsstreit mit den USA. Beide Faktoren treiben Energiepreise und Transportkosten hoch, stören Lieferketten und erhöhen den Druck auf Unternehmen mit schwacher Preissetzungsmacht. Besonders betroffen: Bauwesen, Einzelhandel und Dienstleistungen.
Weltweit wären laut Studie 2,2 Millionen Arbeitsplätze direkt gefährdet — 94.000 mehr als im Vorjahr. Europa trägt mit 1,3 Millionen potenziell betroffenen Jobs den Löwenanteil, davon 209.000 in Deutschland.
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Das Worst-Case-Szenario, das Allianz Trade mit 35 Prozent Wahrscheinlichkeit beziffert, sieht sogar einen Anstieg der globalen Pleiten um 10 Prozent vor. Für 2027 rechnet der Kreditversicherer im Basisfall damit, dass sich Insolvenzen auf hohem Niveau einpendeln — ein Rückgang, wie zuvor erwartet, scheint vom Tisch.
Zweischneidig für den Mutterkonzern
Für die Allianz SE ist das Bild ambivalent. Mehr Insolvenzen bedeuten höhere Schadenszahlungen im Kreditversicherungsgeschäft — steigern aber auch den Absicherungsbedarf der Wirtschaft und damit die Nachfrage. 2025 erzielte der Konzern einen Rekordgewinn von 17,4 Milliarden Euro, die Solvency-II-Quote liegt bei komfortablen 218 Prozent. Für 2026 peilt das Management ein ähnliches Ergebnisniveau an.
Die Aktie notiert bei 388,20 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 394,80 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen hat sie rund 9,5 Prozent zugelegt.
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Dichter Mai für Aktionäre
Der Mai bringt mehrere wichtige Termine. Am 7. Mai findet die Hauptversammlung statt: Drei Aufsichtsratssitze werden neu besetzt, nachdem die Amtszeiten von Michael Diekmann, Sophie Boissard und Rashmy Chatterjee enden. Wer die vorgeschlagene Dividende von 17,10 Euro je Aktie vereinnahmen will, muss die Aktie bis zum 8. Mai im Depot halten.
Auf der Hauptversammlung steht außerdem ein verschärftes Vergütungssystem zur Abstimmung. Langfristboni verfallen künftig, wenn die Allianz-Aktie den STOXX Europe 600 Insurance Index über vier Jahre um mehr als 25 Prozentpunkte unterschreitet — bisher lag diese Schwelle bei 50 Prozentpunkten. Der Aufsichtsrat hatte das System nach einer Zustimmungsquote von lediglich 70,89 Prozent auf der Hauptversammlung 2025 überarbeitet.
Am 13. Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026. Sie liefern den ersten konkreten Hinweis, ob das Jahresziel von rund 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis trotz des eingetrübten Insolvenzumfelds hält.
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