Der Konzern, der noch bis Anfang des Jahres als OPAP firmierte, hat am Montag erneut eigene Aktien über die Athener Börse erworben. Das Unternehmen bestätigte den Zukauf im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms. Es ist bereits die dritte derartige Meldung innerhalb weniger Wochen – zuvor hatte Allwyn am 20. Juli und am 13. Juli über ähnliche Transaktionen berichtet.
Das Programm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 150 Millionen Euro läuft seit Juni 2026 und wurde zusammen mit den vorläufigen, ungeprüften Zahlen für das erste Quartal angekündigt. Ziel ist laut Unternehmensangaben die Optimierung der Kapitalstruktur. Die wöchentliche Kadenz der Rückkäufe signalisiert, dass der Konzern das Programm konsequent abarbeitet, unabhängig von der Kursentwicklung.
Vom griechischen Lotterieanbieter zum Allwyn-Konzern
Hinter dem beharrlichen Rückkaufkurs steht eine tiefgreifende Umstrukturierung. Die außerordentliche Hauptversammlung genehmigte am 7. Januar die grenzüberschreitende Umwandlung und den Zusammenschluss mit der Allwyn International AG. Bereits im Dezember waren die Fusionsbedingungen angepasst worden: Allwyn erhält demnach ausschließlich Stammaktien statt der ursprünglich vorgesehenen Vorzugsaktien, während der Stimmrechtsanteil des Hauptaktionärs KKCG bei 75,1 Prozent liegt.
Am 19. Januar vollzog der Konzern schließlich das kommerzielle Rebranding von OPAP zu Allwyn im Zuge der vollständigen operativen Integration. Aktionäre, die den Wechsel nicht mittragen wollten, erhielten die Möglichkeit eines Barabfindungsangebots. Bis zum Ablauf der Ausübungsfrist am 10. Februar reichten Anteilseigner insgesamt 23.959.850 Aktien – rund 6,7 Prozent des Kapitals – zum Preis von 19,04 Euro je Aktie ein.
Vor dem eigentlichen Rebranding hatte das Unternehmen im Mai noch eine Sonderdividende von 0,80 Euro je Aktie an die zum Record-Datum registrierten Aktionäre ausgezahlt. Diese Ausschüttung markierte gewissermaßen den Abschluss der alten OPAP-Ära, bevor der Konzern operativ vollständig unter der Marke Allwyn auftrat.
Konzessionsgeschäft als strategisches Standbein
Auf operativer Seite sicherte sich das Unternehmen zudem Ende November eine langfristige Wachstumsperspektive im griechischen Heimatmarkt. Die staatliche Growthfund ernannte den Konzern zum bevorzugten Bieter für die zwölfjährige Konzession der griechischen Staatslotterien. Der Zuschlag ist an eine Vorabzahlung von 80 Millionen Euro sowie eine jährliche Abgabe von 30 Prozent des Bruttospielertrags gebunden – ein Geschäft, das dem Konzern über mehr als ein Jahrzehnt hinweg planbare Einnahmen sichern soll.
Kurs bleibt unter Druck
Am Kapitalmarkt konnte all das den Abwärtstrend bislang nicht stoppen. Die Aktie notiert aktuell bei 13,27 Euro und liegt seit Jahresbeginn 28,61 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch von 20,86 Euro, erreicht Mitte Oktober, trennen das Papier inzwischen 36,41 Prozent. Die anhaltenden Rückkäufe wirken damit eher wie ein stabilisierender Kontrapunkt zu einem Kurs, der die umfangreiche Neuausrichtung des Konzerns bislang nicht honoriert – der Markt scheint die Integrationskosten und Unsicherheiten rund um den Konzernumbau stärker zu gewichten als die langfristigen Perspektiven aus Lotteriekonzession und Kapitalmaßnahmen.
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