Die aus der Fusion von OPAP und Allwyn International hervorgegangene Allwyn AG treibt ihr Aktienrückkaufprogramm weiter voran. In der vergangenen Berichtswoche erwarb das Unternehmen nach eigenen Angaben 666.374 eigene Anteile an der Euronext Athen. Der Rückkauf ist Teil eines im Juni gestarteten Programms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 150 Millionen Euro.
Bereits in der ersten Julihälfte hatte Allwyn zwischen dem 6. und 10. Juli insgesamt 698.166 eigene Aktien für rund 9,71 Millionen Euro zurückgekauft. Der Bestand an eigenen Anteilen kletterte dadurch auf 4,56 Prozent des Grundkapitals. Die kontinuierlichen Käufe zeigen, dass der Konzern trotz des schwierigen Kursumfelds an seiner Kapitalrückführungsstrategie festhält.
Starke Quartalszahlen stützen die Strategie
Grundlage für die Rückkaufoffensive sind robuste Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 steigerte Allwyn den Nettoumsatz auf 1.204 Millionen Euro, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 24 Prozent auf 443 Millionen Euro zu. Das Management bestätigte zugleich die Jahresprognose 2026, die ein Nettoumsatzwachstum im mittleren bis hohen 20-Prozent-Bereich vorsieht.
Neben dem Rückkaufprogramm zahlte Allwyn im Mai eine Sonderausschüttung von 0,80 Euro je Aktie an die Anteilseigner aus, zusätzlich zur regulären Mindestdividende von 1,00 Euro pro Aktie. Kurz zuvor hatte der Konzern die Verlegung seines Gesellschaftssitzes in die Schweiz abgeschlossen. Die Fusion von OPAP und Allwyn International war Ende März formal vollzogen worden; das kombinierte Unternehmen gilt seither als zweitgrößter börsennotierter Lotteriebetreiber weltweit und notiert weiterhin an der Athener Börse.
Im Februar hatte Allwyn zudem ein Barabfindungsverfahren für Minderheitsaktionäre abgeschlossen: 23,96 Millionen Aktien, entsprechend 6,7 Prozent des Kapitals, wurden gegen eine Entschädigung von 19,04 Euro je Aktie angedient. Kurz darauf hob die Ratingagentur S&P Global Ratings den Ausblick für das damalige OPAP-Rating von „negativ“ auf „stabil“ an und bestätigte das langfristige Emittentenrating mit „BB“.
Kurs bleibt unter Druck trotz operativer Stärke
Trotz der operativen Fortschritte hat sich die Aktienschwäche seit dem Fusionsabschluss nicht aufgelöst. Die Aktie notiert aktuell bei 13,04 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 29,79 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 20,86 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde, beträgt der Abstand 37,46 Prozent. Der deutliche Kursrückgang seit dem Hoch spiegelt sich auch in den technischen Indikatoren wider, die auf eine anhaltend schwache Marktstimmung hindeuten.
Dass Allwyn trotz dieses Kursumfelds Aktien im großen Stil zurückkauft, lässt sich als Signal des Managements lesen, dass es die Bewertung für zu niedrig hält. Für Anleger bleibt der 27. August ein wichtiger Termin: Dann veröffentlicht das Unternehmen die vorläufigen Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Sie dürften zeigen, ob sich das starke Wachstumstempo aus dem ersten Quartal fortsetzt und ob die Rückkäufe perspektivisch Wirkung auf den Kurs entfalten.
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