Steigt eine Aktie in große Indizes auf, klettert meist ihr Kurs. Bei Almonty Industries passierte das Gegenteil. Der Wolfram-Produzent zog Ende Juni in wichtige US-Benchmarks ein. Anleger nahmen stattdessen Gewinne mit. Der Fokus liegt nun komplett auf dem operativen Geschäft.
Starke Schwankungen nach Index-Aufnahme
Auf Monatssicht verlor das Papier rund 17 Prozent. Der Titel schloss am Freitag bei 23,14 Kanadischen Dollar. Damit rutschte der Kurs auch unter seinen kurzfristigen 50-Tage-Durchschnitt.
Dennoch bleibt die langfristige Aufwärtsbewegung intakt. Seit Jahresbeginn stieg die Aktie um 92 Prozent. Die Schwankungsbreite der Papiere bleibt allerdings extrem hoch. Die annualisierte Volatilität der vergangenen Wochen liegt bei knapp 91 Prozent.
Erzhaufen als wichtigster Katalysator
Das Management muss nun zeigen, dass die neue Verarbeitungsanlage in Sangdong zuverlässig arbeitet. Der Konzern hat die Bauphase beendet. Ab sofort zählt nur noch die operative Ausführung. Almonty hat bereits einen gewaltigen Vorrat an Erz aufgebaut.
Dieser Bestand deckt laut Unternehmensangaben etwa 2,6 Monate der ersten Produktionsphase ab. Der enthaltene Wolframwert beläuft sich auf rund 68 Millionen US-Dollar. Das Ziel: Aus dem abgebauten Material müssen schnell echte Verkäufe werden. Gelingt das, sinken die operativen Verluste rasch.
Analysten extrem gespalten
Analysten bewerten das Unternehmen derzeit völlig unterschiedlich. Ein Experten-Konsens verortet das mittlere Kursziel bei 35,29 Kanadischen Dollar.
Dabei fällt die Skepsis vieler Banken auf. Etwa 68 Prozent der befragten Analysten raten zum Verkauf. Lediglich 29 Prozent stufen das Papier als Kauf ein. Ein weiteres aktuelles Einzel-Rating setzt das Ziel deutlich tiefer bei 25 Kanadischen Dollar an.
Parallel dazu meldete das Unternehmen routinemäßige Zuteilungen. Drei Vorstandsmitglieder erhielten aktienbasierte Vergütungen ohne eigene Zuzahlung. Insiderverkäufe auf dem offenen Markt fanden nicht statt. Direktor Mark Trachuk hält weiterhin knapp drei Millionen Stammaktien.
Das Management muss in den kommenden Wochen handfeste Ergebnisse liefern. Wenn die Anlage den Erzvorrat erfolgreich verarbeitet, sinkt das fundamentale Risiko. Andernfalls könnte die Aktie ihre enormen Kursgewinne der vergangenen Monate teilweise wieder einbüßen.
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