Almonty Industries hat Aktionäre zur Stimmabgabe aufgerufen. Am 9. Juni entscheidet die Hauptversammlung über die Verdopplung der Verarbeitungskapazität in der Sangdong-Mine — eine Weichenstellung, die das Unternehmen zum dominanten Wolfram-Lieferanten außerhalb Chinas machen könnte.
Proxy-Deadline läuft: Phase-2-Expansion auf der Tagesordnung
Die Stimmabgabe-Frist endet am 5. Juni um 16 Uhr deutscher Zeit. Stimmberechtigt sind Aktionäre, die am 24. April 2026 im Register standen. Neben Routinebeschlüssen zu Vorstand und Wirtschaftsprüfer steht ein ungewöhnlich weitreichender Punkt auf der Agenda: die Erweiterung der Sangdong-Mine in Südkorea auf 1,2 Millionen Tonnen Jahreskapazität bis 2027.
Das wäre eine Verdopplung gegenüber Phase 1, die seit 17. März läuft und im dritten Quartal die kommerzielle Vollauslastung erreichen soll. Aktuell verarbeitet Sangdong 640.000 Tonnen Erz pro Jahr bei einem Gehalt von rund 0,51 Prozent Wolframtrioxid — etwa das Dreifache des globalen Durchschnitts. Mit der Erweiterung könnte Almonty rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas bedienen.
Molybdän als zweites Standbein
Parallel baut das Unternehmen eine zweite Erlösquelle auf. Nur 150 Meter von der Wolfram-Anlage entfernt liegt eine Molybdän-Lagerstätte, deren gesamte Produktion über die Minenlaufzeit an den südkoreanischen Verarbeiter SeAH M&S verkauft wird. Der Vertrag garantiert einen Mindestpreis von 19 US-Dollar je Pfund — der Spotpreis liegt aktuell bei 22 Dollar — und ein jährliches Volumen von 5.600 Tonnen. Das ergibt Mindesterlöse von 234 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die Produktion soll Ende 2026 anlaufen.
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Geopolitischer Rückenwind verstärkt sich
Die Abstimmung fällt in eine Phase verschärfter Regulierung. Ab Januar 2027 verbietet die US-Verteidigungsbeschaffungsregel DFARS 252.225-7052 Auftragnehmern den Bezug von Wolframpulver und -legierungen aus China oder Russland. China kontrolliert über 80 Prozent der globalen Produktion. Hersteller von Panzern, Raketen und Elektronik suchen Alternativen.
Die Preise reagieren bereits. APT-Wolfram in Rotterdam notierte Anfang Mai bei rund 3.185 US-Dollar je metrischer Tonneneinheit — ein Anstieg um etwa 900 Prozent binnen zwölf Monaten. Treiber sind chinesische Exportlizenzbeschränkungen und die nahende DFARS-Beschaffungsklippe zum Jahreswechsel.
Starke Q1-Zahlen stützen Expansionspläne
Die Finanzlage gibt Spielraum. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar, getrieben durch höhere Wolfram-Spotpreise und solide operative Performance der Panasqueira-Mine. Die Liquidität belief sich zum 31. März auf 259,9 Millionen Dollar, das Working Capital auf 169,5 Millionen.
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Der Nettoverlust lag bei 5,3 Millionen Dollar oder 0,02 Dollar je Aktie, nach 34,6 Millionen im Vorjahresquartal. Enthalten sind 6,4 Millionen nicht zahlungswirksame Verluste aus der Neubewertung eingebetteter Derivate und 2,0 Millionen aus Warrant-Bewertungen — beides Folge des gestiegenen Aktienkurses. Diese Buchungsverluste beeinträchtigen weder operative Performance noch Cashflow.
Institutionelle Basis wächst
Die Hauptversammlung findet vor dem Hintergrund wachsender institutioneller Beteiligung statt. Almonty wird nach der Russell-Indexanpassung 2026 in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen. Das Management sieht darin einen Sichtbarkeitsschub bei institutionellen Investoren. FMR LLC meldete für den 31. März einen Anteil von 18,3 Millionen Aktien — 6,5 Prozent der Klasse.
Die Aktie notiert bei 26,67 kanadischen Dollar, 17 Prozent unter dem Jahreshoch von Mitte April. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 122 Prozent, binnen zwölf Monaten 544 Prozent. Die kommende Woche entscheidet, ob Aktionäre dem Management das Mandat für eine der größten Kapazitätserweiterungen der westlichen Wolfram-Industrie erteilen.
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