Almonty Industries verliert an einem einzigen Tag 5,52 Prozent. Der Kurs fällt auf 18,81 kanadische Dollar und rutscht damit unter die 200-Tage-Linie bei 19,15 CAD. Ausgerechnet jetzt, wo der Konzern seinen Rückzug von der australischen Börse offiziell macht.
ASX-Austritt ist besiegelt
Am 24. Juli 2026 bestätigte Almonty die finale Genehmigung der australischen Börse ASX für den freiwilligen Rückzug aus dem offiziellen Handel. Der Handel mit den dortigen CHESS Depositary Interests endet am 28. August 2026. Das komplette Delisting folgt zum 1. September 2026.
Als Grund nennt das Unternehmen die geringen Handelsvolumina in Australien. Die dortigen Anteile machen nur etwa 0,80 Prozent aller ausgegebenen Aktien aus. Die laufenden Kosten für Compliance und Verwaltung stehen in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.
Nasdaq wird zur neuen Heimat
Der ASX-Ausstieg ist nicht die einzige Baustelle. Bereits zum 31. Juli 2026 endet der Handel an der Toronto Stock Exchange. Danach läuft das Hauptgeschäft über den Nasdaq Capital Market unter dem Kürzel ALM, ergänzt durch die Notierung in Frankfurt.
Das Management begründet die Bündelung mit sinkenden regulatorischen Lasten. Die Liquidität soll sich künftig dort konzentrieren, wo ohnehin der Großteil des täglichen Handels stattfindet. Aktionäre aus Toronto und Australien können ihre Bestände über internationale Broker in der Regel auf das Nasdaq-Register übertragen lassen.
Sangdong liefert operative Substanz
Während die Börsenstruktur umgebaut wird, läuft das Kerngeschäft an. Seit dem 1. Juli 2026 befindet sich die Wolfram-Mine Sangdong in Südkorea in der aktiven Produktionsphase. Die Anlage verarbeitet gelagertes Erz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat – der Schritt vom Minenentwickler zum tatsächlichen Produzenten.
Abgesichert wird der Hochlauf durch eine kürzlich verlängerte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders. Der Vertrag läuft über 21 Jahre und deckt rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion der Mine ab. Diese Zahl gibt dem operativen Fortschritt ein deutlich stabileres Fundament als die aktuelle Kursbewegung vermuten lässt.
Charttechnik zeigt Bruchstelle
Der Rückgang der vergangenen 30 Tage beläuft sich auf 19,58 Prozent, der RSI ist auf 38,8 gefallen und signalisiert damit eine überverkaufte Lage. Der Bruch der 200-Tage-Linie gilt technisch als Warnsignal für die langfristige Stimmung.
Die Aktie bleibt trotz der jüngsten Korrektur seit Jahresbeginn 55,84 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD aus dem April trennen sie aktuell mehr als 40 Prozent. Die kommenden Tage bis zum TSX-Austritt am 31. Juli dürften zeigen, ob sich bei 18,81 CAD eine Bodenbildung abzeichnet oder ob die Börsenmigration die Kursschwankungen weiter antreibt.
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