Almonty Industries hat heute einen Meilenstein erreicht: Die Aufnahme in den Russell 1000 und Russell 3000. Für viele Anleger ist das aber längst nicht die spannendste Entwicklung rund um den Wolfram- und Molybdänproduzenten.

Molybdän als zweites Standbein

Im Sangdong-Komplex in Südkorea läuft derzeit ein 26-Bohrloch-Programm. Ziel ist es, historische Ressourcendaten zu bestätigen und Erzgehalte aus früheren Explorationsphasen zu verifizieren. Molybdän soll langfristig als strategisches zweites Standbein neben dem Wolfram-Kerngeschäft stehen.

Das Timing ist nicht zufällig. Südkorea kämpft mit einer nationalen Versorgungskrise bei Molybdän. Wer dort eine eigene Quelle aufbaut, hat Preissetzungsmacht. Der Molybdän-Spotpreis ist im vergangenen Jahr um rund 24 Prozent gestiegen — ein starkes Argument für das Projekt.

Wolfram-Hochlauf und Phase-2-Pläne

Parallel läuft der Betrieb der Sangdong-Wolframmine auf Hochtouren. Nach Abschluss der Phase-1-Inbetriebnahme im März 2026 verarbeitet die Anlage aktuell rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das entspricht einer jährlichen Produktion von etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat.

Für 2027 plant das Management eine Phase-2-Erweiterung. Die Verarbeitungskapazität soll auf 1,2 Millionen Tonnen steigen, der Wolframausstoß auf rund 4.600 Tonnen. Bei voller Kapazität könnte Sangdong etwa 40 Prozent der globalen Wolframnachfrage außerhalb Chinas decken.

700-Millionen-Dollar-Finanzierung als Rückenwind

Um diese Expansion zu finanzieren, hat Almonty im Juni 2026 eine überzeichnete Privatplatzierung abgeschlossen. Das Unternehmen gab Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar aus — Laufzeit bis 2031, Kupon 2,25 Prozent. Nach Ausübung der Käuferoptionen sollen die Nettoerlöse rund 772,7 Millionen Dollar erreichen.

Davon fließen etwa 543 Millionen Dollar in Betriebskapital und den weiteren Hochlauf in Sangdong. Weitere 50 Millionen Dollar nutzte das Unternehmen zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten. Der Wandlungspreis liegt bei 27,40 US-Dollar je Aktie — ein deutlicher Aufschlag gegenüber den zuletzt gehandelten Kursen.

Kurs unter Druck, Analysten bleiben konstruktiv

Trotz der Indexaufnahme steht die Aktie technisch unter Druck. Nach einem Wochenverlust von rund 14 Prozent schloss das Papier am vergangenen Freitag bei 23,00 CAD. Das liegt unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 26,78 CAD, aber deutlich über der 200-Tage-Linie bei 18,04 CAD.

Die Kursziele der Analysten liegen zwischen 23,00 und 25,80 Dollar. Oppenheimer hat sein Ziel zuletzt auf 25,00 Dollar angehoben. Der nächste handfeste Katalysator dürfte aus dem Molybdän-Bohrprogramm kommen — erste Ergebnisse könnten die Debatte über den fairen Wert der Aktie neu entfachen.