Almonty Industries meldet ausgerechnet jetzt eine neue Aktienausgabe an der australischen Börse. Der Zeitpunkt wirkt kurios: Der Wolfram-Produzent bereitet gerade den Rückzug von genau dieser Börse vor.
Das Unternehmen hat 62.518 Stammaktien ausgegeben und zugeteilt. Das geht aus einer sogenannten Cleansing Notice hervor, die Almonty am 24. Juli 2026 bei der ASX eingereicht hat. Solche Mitteilungen erlauben es Firmen, neue Aktien ohne zusätzliche Offenlegungspflichten weiterzuverkaufen.
Routine-Meldung mit Fragezeichen
Wer die Aktien erhalten hat und wofür, verrät die Mitteilung nicht. Almonty bestätigt lediglich den Standard-Passus: Es gebe keine zurückgehaltenen Informationen, die Investoren für eine fundierte Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage benötigen würden.
Damit bleibt die Aktienausgabe formal unauffällig. Sie reiht sich ein in die üblichen Kapitalmaßnahmen eines Bergbauunternehmens, das mit der Sangdong-Mine in Südkorea sowie Projekten in Portugal, den USA und Spanien operiert.
Der Kontext macht die Meldung trotzdem bemerkenswert. Almonty hat bereits angekündigt, mehrere internationale Börsennotierungen aufzugeben. Die neue Zuteilung an der ASX liest sich wie administrative Nachbereitung, während im Hintergrund der eigentliche Rückzugsfahrplan läuft.
Kurs unter Druck
Die Aktie kämpft derzeit mit einer schwierigen Phase. Zum Wochenschluss fiel der Kurs an der Toronto Stock Exchange um 5,52 Prozent auf 18,81 kanadische Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD, erreicht am 17. April 2026, trennen das Papier mittlerweile rund 43,6 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index liegt bei 38,8 – ein Hinweis auf überverkaufte Bedingungen nach der jüngsten Talfahrt. Trotz des Rücksetzers bleibt die Aktie auf Jahressicht klar im Plus, mit einem Zuwachs von knapp 56 Prozent seit Jahresbeginn. Das zeigt: Der langfristige Trend, getragen vom Übergang zur kommerziellen Wolframproduktion, ist intakt. Kurzfristig dominiert jedoch die Nervosität.
Diese Nervosität dürfte kein Zufall sein. Erst kürzlich hatte Almonty eine Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar platziert – eine deutliche Kapitalaufnahme, die nun auf die neue Aktienausgabe trifft. Wie beide Vorgänge zusammenhängen, bleibt offen.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf zwei Punkte: den Fortschritt beim Rückzug von den übrigen Börsenplätzen und die Produktionsrampe in Sangdong. Beide Themen dürften den Kurs stärker bewegen als die aktuelle, vergleichsweise kleine Aktienzuteilung.
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