Almonty Industries treibt den Aufbau einer westlichen Wolfram-Lieferkette voran – finanziert über eine bereits abgeschlossene Wandelanleihe von 800 Millionen US-Dollar.

In einem Interview bestätigte CEO Lewis Black die Details der Transaktion, mit der das Unternehmen strategische Vermögenswerte in den USA sichern, das Sangdong-Projekt in Südkorea vorantreiben und die portugiesischen Aktivitäten ausbauen will. Die Anleihe war oversubscribed und ließ dem Unternehmen zuletzt eine Kassenposition im Milliardenbereich.

Westliche Regierungen und Rüstungskonzerne als Nachfrager

Nach Angaben von Black richtet sich das Interesse an Almontys Wolfram-Strategie explizit an westliche Regierungen und Verteidigungsunternehmen, die eine Alternative zu chinesischen Lieferketten suchen.

Wolfram gilt wegen seiner Härte und Hitzebeständigkeit als kritischer Rohstoff für Rüstungsgüter, Werkzeuge und Hochleistungslegierungen – ein Markt, in dem China traditionell dominiert. Almonty positioniert sich mit Standorten in Südkorea, Portugal und geplanten US-Aktivitäten als Gegengewicht zu dieser Abhängigkeit.

Die Kapitalstärke aus der abgeschlossenen Anleihe verschafft dem Unternehmen dabei Spielraum, um Projekte parallel voranzutreiben, statt sie sequenziell finanzieren zu müssen. Das ist insofern relevant, als Almonty gleichzeitig mehrere kapitalintensive Standorte entwickelt.

Sangdong liefert bereits, Abnahmevertrag deutlich erweitert

Parallel zur Finanzierungsstory hat Almonty seinen Abnahmevertrag für das Sangdong-Projekt mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee Group, erheblich ausgebaut. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, die abgenommene Menge in Phase I steigt um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU. Der Preis erhöht sich um 6,3 Prozent. Global Tungsten & Powders deckt damit rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion von Sangdong ab.

Almonty bezifferte den zusätzlichen Umsatz aus der Vertragserweiterung auf mindestens 30 Millionen US-Dollar pro Jahr. Der Gesamtwert des Abkommens liegt bei rund 490 Millionen US-Dollar, der inkrementelle Zuwachs gegenüber der bisherigen Vereinbarung bei etwa 630 Millionen US-Dollar. Die Verarbeitung in Sangdong war Anfang Juli angelaufen, die Mine produziert damit seit rund sechs Wochen.

Zwei Nachrichtenstränge, ein strategisches Ziel

Für Anleger verknüpfen sich beide Meldungen zu einem Bild: Auf der Finanzierungsseite steht mit der abgeschlossenen 800-Millionen-Dollar-Anleihe ausreichend Kapital bereit, um US-Assets zu sichern und die Portugal-Aktivitäten auszubauen. Auf der operativen Seite liefert Sangdong bereits Produktion, und der erweiterte Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders sichert einen Großteil davon langfristig ab.

Die Kombination aus gesicherter Abnahme über 21 Jahre und einer soliden Kassenposition reduziert das Finanzierungsrisiko für die weiteren Expansionsschritte in den USA und Portugal deutlich.

Ob sich diese strategische Positionierung auch in konkreten neuen Standortentscheidungen niederschlägt, dürfte die kommenden Monate zeigen – Black machte im Interview deutlich, dass die Gespräche mit westlichen Regierungen und Verteidigungsunternehmen bereits laufen.