Almonty Industries hat den Rückzug von der australischen Börse abgeschlossen. Die dort gehandelten CDIs wurden gestern zum Handelsschluss ausgesetzt, die Streichung aus dem offiziellen Kursblatt der ASX ist für den 1. September vorgesehen. Damit konzentriert sich der Handel mit Almonty-Papieren künftig auf Nasdaq und Frankfurter Börse.

Der Schritt war lange angekündigt: Bereits im Juli hatte die ASX die formale Genehmigung erteilt. Auch von der Toronto Stock Exchange hatte sich das Unternehmen vor rund einem Monat verabschiedet – seither hat die Aktie um 61,6 Prozent zugelegt. Die Bereinigung der Listing-Struktur folgt einem klaren Muster: Almonty bündelt seine Handelspräsenz, während sich das operative Geschäft am südkoreanischen Sangdong-Projekt fundamental verändert hat.

Sangdong liefert die eigentliche Story

Der wahre Treiber hinter der Kursrallye der vergangenen Monate ist der Produktionsanlauf in Sangdong. Im Juli begann dort die Verarbeitung, nachdem im Juni erstmals Lagerbestände durch die neu in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage liefen. Phase I soll rund 2,3 Kilotonnen Wolframkonzentrat liefern.

Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein: Der westliche Referenzpreis für Ammoniumparawolframat lag Anfang August bei rund 3.075 US-Dollar je MTU – fast das Zehnfache des Niveaus von Anfang 2025, wie GBC AG in einer Research-Notiz Mitte August festhielt. Damit rückt Sangdong als Lieferquelle außerhalb Chinas, das laut GBC AG weiterhin etwa 79 Prozent der globalen Minenproduktion stellt, strategisch in den Vordergrund.

Die Zahlen des zweiten Quartals spiegeln diesen Umbruch bereits wider. Der Umsatz stieg um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, das Unternehmen verzeichnete einen Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar nach einem Verlust im Vorjahresquartal.

Die operative Marge im Bergbaugeschäft lag bei 60,7 Prozent. Mit dem im ersten Halbjahr abgeschlossenen Angebot von Wandelanleihen über 800 Millionen US-Dollar verfügt Almonty zudem über eine Kassenposition von rund 1,23 Milliarden kanadischen Dollar zum 30. Juni.

Kapitalmaßnahmen als Signal an den Markt

Diese finanzielle Feuerkraft nutzt das Unternehmen aktiv. Der Verwaltungsrat genehmigte am vergangenen Mittwoch ein Rückkaufprogramm über bis zu 14,4 Millionen Aktien beziehungsweise 300 Millionen US-Dollar, das über 36 Monate laufen soll – seither hat die Aktie um 0,5 Prozent nachgegeben.

Almonty begründete den Schritt mit einer wahrgenommenen Diskrepanz zwischen Börsenwert und dem Wert der Wolfram-Assets, während Sangdong seine Verarbeitungskapazität hochfährt. Parallel hat das Unternehmen Schelfregistrierungen für mögliche Aktienausgaben von rund 246,79 Millionen US-Dollar hinterlegt, die auch eine ESOP-Komponente enthalten.

Auch auf der Vertragsseite hat sich die Position gefestigt: Die vor über einem Monat erweiterte Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders verlängert die Laufzeit um sechs Jahre und erhöht das kontrahierte Volumen um 40 Prozent bei rund 6,3 Prozent besserer Preisgestaltung – seither hat die Aktie um 27,1 Prozent zugelegt.

Bewertung nach starkem Lauf

Der Kurs notiert am Freitag bei 15,57 Euro, nach einem Rückgang von 3,9 Prozent an diesem Handelstag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 96 Prozent.

Zum 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit 24 Prozent – ein Hinweis darauf, dass trotz der jüngsten Konsolidierung noch Luft nach oben vorhanden wäre, sollte sich die operative Dynamik in Sangdong fortsetzen.

Der breitere Wolframmarkt wird nach Schätzungen von Business Research Company bis 2030 von derzeit rund 6,66 Milliarden auf etwa 9,62 Milliarden US-Dollar wachsen – ein Umfeld, in dem Almonty seine neu gewonnene Produktionsbasis nun beweisen muss.