Almonty Industries wird vom Minenentwickler zum Produzenten. Die Aktie legte zuletzt um 9,53 Prozent zu. Auslöser war der Start der aktiven Erzverarbeitung in der Sangdong-Mine.

Parallel dazu zieht sich das Unternehmen von zwei Börsen zurück. Almonty konzentriert seine Aktivität künftig auf die Nasdaq und die Frankfurter Börse.

Rückzug von TSX und ASX

Am 31. Juli 2026 verließ Almonty freiwillig die Toronto Stock Exchange. Jetzt folgt der nächste Schritt: Die formale Genehmigung für das Delisting von der Australian Securities Exchange liegt bereits vor.

Der letzte Handelstag für die CHESS Depositary Interests ist der 28. August 2026. Die endgültige Streichung aus der offiziellen ASX-Liste soll zum 1. September 2026 erfolgen. Almonty begründet den Schritt mit geringeren Verwaltungskosten und einer stärkeren Bündelung der Investorenaktivität auf dem US-Markt.

Sangdong läuft an

Die Verarbeitungsanlage in Südkorea befindet sich in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Sie wandelt bereits gefördertes Rohmaterial in verkaufsfähiges Wolframkonzentrat um.

Phase I zielt auf einen jährlichen Erzdurchsatz von rund 640.000 Tonnen. Almonty prüft zudem eine bereits genehmigte Phase-II-Erweiterung. Diese könnte die Gesamtkapazität auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr steigern.

Der Produktionsstart trifft auf ein günstiges Preisumfeld. Ammoniumparawolframat (APT) kostete im zweiten Quartal 2026 im Schnitt rund 3.075 US-Dollar pro Metric Tonne Unit.

Kriegskasse für den Ausbau

Almonty hat seine Bilanz deutlich gestärkt. Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über eine Gesamt-Cashposition von 1,2 Milliarden US-Dollar. Ende 2025 waren es noch 268,4 Millionen US-Dollar.

Den Sprung ermöglichte eine überzeichnete Anleihe. Almonty platzierte Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 800 Millionen US-Dollar, mit einem Zinskupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031.

Zusätzliche Planungssicherheit bringt eine erweiterte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders, einem Mitglied der Plansee Group. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Vertragslaufzeit um sechs Jahre verlängert
  • Kontrahierte Gesamtvolumen um 40 Prozent erhöht
  • Preisverbesserung von rund 6,3 Prozent auf alle Vertragsvolumina

Auch operativ zeigt sich die Wende. In den ersten sechs Monaten 2026 erwirtschaftete Almonty einen operativen Cashflow von 31,6 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Barmittelverbrauch von 14,9 Millionen US-Dollar zu Buche.

Die frischen Mittel fließen in drei Projekte: die Phase-II-Erweiterung in Sangdong, eine Wolframoxid-Anlage in Südkorea sowie das Gentung-Wolframprojekt in Montana. Almonty verfügt damit über die Finanzierung, um seinen Ausbaupfad in den kommenden Jahren aus eigener Kraft fortzusetzen.