Ein Kursziel von 33 Dollar, ein Wochenplus von über zwölf Prozent und ein Wolframpreis, der sich seit Anfang 2025 mehr als verfünffacht hat. Bei Almonty Industries kommt gerade vieles zusammen, was Anleger elektrisiert. Im Zentrum steht eine Mine in Südkorea, die gerade vom Bauprojekt zum Produktionsbetrieb wird.

Die Aktie schloss am Freitag bei 23,38 kanadischen Dollar, ein Plus von 12,40 Prozent zum Vortag. Auslöser war eine Kurszielanhebung der Investmentbank DA Davidson von 25 auf 33 Dollar. Die Analysten begründen den Schritt mit dem Fortschritt am Sangdong-Projekt, das im März 2026 offiziell in Betrieb genommen wurde.

Sangdong wird zum Produktionsbetrieb

Sangdong ist mehr als nur ein weiteres Bergbauprojekt. Die Mine soll Almonty zu einem der wenigen westlich orientierten Wolframproduzenten außerhalb chinesischer Kontrolle machen. Mit der Inbetriebnahme im März verlässt das Unternehmen die Entwicklungsphase und tritt in den kommerziellen Betrieb ein.

Die Kursentwicklung der letzten Monate spiegelt diesen Fortschritt wider. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 94,35 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 200,51 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht im April, ist die Aktie aktuell noch knapp 30 Prozent entfernt.

Zahlen zum ersten Quartal zeigen die Wende

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 untermauern die Wachstumsstory. Der Umsatz stieg um 221 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 25,4 Millionen kanadische Dollar. Treiber waren die starke Auslastung der Panasqueira-Mine in Portugal und steigende Spotpreise für Ammonium-Paratungstat, kurz APT.

Noch deutlicher zeigt sich der Turnaround beim Ergebnis. Das bereinigte EBITDA drehte auf plus 6,1 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der operative Cashflow lag bei plus 9,7 Millionen Dollar, verglichen mit einem negativen Wert ein Jahr zuvor. Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,26 Millionen kanadische Dollar.

Almonty verfügt zudem über eine solide Liquiditätsbasis. Das Unternehmen hielt zum Quartalsende 259,9 Millionen Dollar an Barmitteln, das Working Capital lag bei 169,5 Millionen Dollar. Die Marktkapitalisierung erreichte umgerechnet rund 4,05 Milliarden Euro.

China dreht am Preishebel

Der eigentliche Hintergrund der Almonty-Rally liegt außerhalb des Unternehmens. Chinesische Exportkontrollen haben den globalen Wolframmarkt durcheinandergewirbelt. China kontrolliert 80 bis 85 Prozent der weltweiten Produktion — ein Angebotsengpass mit direkten Folgen für den Preis.

Der APT-Preis ist seit Anfang 2025 um mehr als 550 Prozent gestiegen, von rund 900 auf über 3.100 Dollar je Tonneneinheit. Wolfram gilt inzwischen als strategisches Metall für Verteidigung, Luftfahrt und Energietechnik. Kanadas Bestellung von bis zu zwölf U-Booten bei ThyssenKrupp Marine Systems, ein Auftrag mit einem Volumen von rund 20 Milliarden Euro, zeigt exemplarisch, wie gefragt solche „Verteidigungsmetalle“ derzeit sind.

Technische Lage bleibt angespannt

Die Aktie notiert 25,08 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 18,69 kanadischen Dollar. Das signalisiert einen intakten langfristigen Aufwärtstrend. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 25,40 Dollar besteht dagegen noch ein Abstand von knapp acht Prozent.

Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei neutralen 48,0 Punkten — weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 97,44 Prozent. Das macht deutlich: Kursbewegungen dieser Größenordnung dürften auch künftig keine Ausnahme bleiben, sobald neue Meldungen aus Südkorea eintreffen.