Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Medienberichten zufolge wurde das Delisting von der ASX zum heutigen 1. September genehmigt. Der Handel konzentriert sich damit künftig auf Nasdaq und Frankfurt.

Rückzug von der ASX

Für Almonty bedeutet der Schritt eine Bündelung der Liquidität auf zwei Handelsplätze. Die ASX-Notierung hatte in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren, während das Handelsvolumen auf Nasdaq und in Frankfurt zugenommen hat.

Ein solcher Rückzug ist für Unternehmen mit internationaler Kapitalbasis nicht unüblich, wenn ein Handelsplatz operativ kaum noch Gewicht trägt. Der Vorgang selbst wurde von einer auf Marktentwicklungen spezialisierten Plattform berichtet und bislang nicht durch eine offizielle Börsenmitteilung bestätigt.

Der Zeitpunkt fällt in eine Phase intensiver Unternehmensaktivität. Erst vor wenigen Tagen hatte Almonty sein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar gestartet, das seit gestern läuft und die Aktie seither um 0,7 Prozent nachgeben ließ.

Das Programm sieht Rückkäufe von bis zu 14,4 Millionen Aktien vor, was rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile entspricht. Almonty kann die Käufe über den freien Markt sowie über Rule-10b-18-Mechanismen abwickeln und behält sich dabei volle Flexibilität bei Zeitpunkt und Umfang vor.

Operatives Fundament stützt die Strategie

Der ASX-Rückzug steht nicht isoliert, sondern fügt sich in eine Phase operativer Fortschritte am Wolframprojekt Sangdong. Bereits im Juli begann die Verarbeitung von zuvor angeliefertem Rohmaterial, nachdem die erste Erzlieferung im Dezember 2025 erfolgt war – ein Meilenstein, der seither von Marktbeobachtern als zentraler Fortschritt gewertet wird. Seit diesem Produktionsstart hat die Aktie um 8,1 Prozent zugelegt.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Verlängerung der Abnahmevereinbarung mit der Plansee Group für die erste Phase von Sangdong. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre ausgedehnt, das zugesagte Volumen um 40 Prozent erhöht und die Preisbasis um rund 6,3 Prozent verbessert. Für Almonty sichert dies langfristige Abnahmesicherheit zu verbesserten Konditionen – ein Faktor, der die Planungssicherheit für die Ramp-up-Phase der Mine erhöht.

Bewertung am Markt

Die Kombination aus Kapitalrückführung, verlängertem Großauftrag und anlaufender Produktion hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten deutlich nach oben getrieben – sie notiert derzeit rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April markiert wurde.

Der ASX-Rückzug dürfte an dieser fundamentalen Ausrichtung wenig ändern, signalisiert aber eine stärkere Fokussierung des Managements auf die Kernmärkte in Nordamerika und Europa. Anleger blicken nun darauf, ob eine offizielle Börsenmitteilung die gemeldete Genehmigung bestätigt und wie sich die Liquidität an den verbleibenden Handelsplätzen entwickelt.