Die Aktie von Almonty Industries stand am Donnerstag im Zentrum gleich zweier Nachrichten: Die Wolframgesellschaft ließ ihre Notiz an der australischen Börse ASX aussetzen, um einen Marktbericht vorzubereiten. Parallel dazu wurde bekannt, dass die deutsche Rohstoffholding Deutsche Rohstoff AG einen Teil ihrer Almonty-Beteiligung verkauft hat – ein Schritt mit spürbaren Folgen für deren eigene Bilanz.

Handelsstopp an der ASX ohne Details

Almonty Industries (Kürzel AII) beantragte am 23. Juli 2026 einen Handelsstopp an der australischen Börse. Als Begründung nannte das Unternehmen die Vorbereitung eines Marktupdates. Inhaltliche Details zu diesem Update liegen bislang nicht vor, sodass Anleger vorerst im Unklaren bleiben, welche konkrete Mitteilung folgt. Handelspausen dieser Art sind an der ASX Vorstufe für kursrelevante Ankündigungen und werden erst nach Veröffentlichung der entsprechenden Information wieder aufgehoben.

Deutsche Rohstoff realisiert Cash-Zufluss aus Almonty-Anteilen

Deutlich greifbarer ist die zweite Nachricht des Tages: Die Deutsche Rohstoff AG hat einen Teil ihrer Beteiligung an Almonty verkauft und daraus einen Ergebnisbeitrag von rund 65 Millionen Euro erzielt. Das Unternehmen nutzte den Mittelzufluss, um seine Prognose für das laufende Jahr kräftig anzuheben: Die EBITDA-Erwartung für 2026 liegt nun bei 355 bis 375 Millionen Euro und damit über der zuvor kommunizierten Spanne. Der Verkauf markiert eine Teilrealisierung jener Beteiligung, die Deutsche Rohstoff über Jahre am Wolframproduzenten aufgebaut hatte, und zeigt, welchen finanziellen Wert der Almonty-Anteil inzwischen für den Minderheitsaktionär erreicht hat. Begleitend wurden Schätzungen und Kursziel für Deutsche Rohstoff angehoben, verbunden mit einer Kaufempfehlung.

Für Almonty selbst bedeutet der Anteilsverkauf eines Großaktionärs zunächst eine Verschiebung der Eigentümerstruktur, ohne dass das operative Geschäft direkt betroffen wäre. Anleger dürften den Vorgang dennoch als Signal werten: Ein langjähriger strategischer Investor monetarisiert einen Teil seines Engagements, nachdem der Kurs von Almonty in den vergangenen zwölf Monaten kräftig zugelegt hat.

Kursbild: Deutliche Korrektur nach starkem Lauf

Die Marktreaktion auf die Nachrichtenlage fiel am Mittwoch klar negativ aus. Die Aktie schloss bei 20,12 kanadischen Dollar und verlor auf Tagesbasis 4,87 Prozent. Der Rücksetzer relativiert sich allerdings im Jahresverlauf: Seit Jahresbeginn steht für Almonty noch immer ein Plus von 66,69 Prozent zu Buche. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin deutlich über seinem Niveau vom Jahresanfang, auch wenn die jüngste Schwäche zeigt, dass die Aktie nach der starken Rally der vergangenen Monate anfällig für Gewinnmitnahmen bleibt.

Der angekündigte Marktbericht dürfte in den kommenden Tagen für Klarheit sorgen, sobald der Handelsstopp aufgehoben wird. Bis dahin bleibt offen, ob die ASX-Mitteilung mit dem Anteilsverkauf der Deutsche Rohstoff AG in Zusammenhang steht oder eine eigenständige Unternehmensnachricht betrifft. Investoren sollten die angekündigte Veröffentlichung als nächsten konkreten Termin im Blick behalten, da sie unmittelbaren Einfluss auf die weitere Kursentwicklung haben dürfte.