Sangdong läuft — und die Aktie gibt nach. Nach der offiziellen Meldung zur abgeschlossenen Phase-1-Inbetriebnahme am 16. März 2026 verloren Almonty-Aktien am Folgetag 5,7%. Ein klassisches „Sell the news“-Muster nach einer starken Jahresrally.
Was Phase 1 konkret bedeutet
Die Sangdong-Mine in Südkorea produziert nach mehr als drei Jahrzehnten Pause wieder Wolfram. Die neu errichtete Aufbereitungsanlage — ausgestattet mit SAG- und Kugelmühlen von Metso — ist auf eine jährliche Erzverarbeitung von rund 640.000 Tonnen ausgelegt. Daraus entstehen schätzungsweise 2.300 Tonnen hochwertiges Wolframkonzentrat pro Jahr.
Der durchschnittliche Gehalt von 0,51% Wolframtrioxid liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt. Die erwartete Betriebslebensdauer: über 45 Jahre. Seit der Übernahme des Projekts im Jahr 2015 hat Almonty mehr als 100 Millionen US-Dollar in die Wiederentwicklung investiert, darunter vier Kilometer Untertunnelung und moderne Überwachungssysteme.
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Die Abnahme der Phase-1-Produktion ist bereits vertraglich gesichert, unter anderem durch eine Liefervereinbarung mit Tungsten Parts Wyoming für Rüstungsanwendungen.
Kapitalerhöhung drückt auf die Stimmung
Neben dem langen Hochlaufzeitraum bis zur vollen Produktionskapazität belastet eine jüngste Kapitalmaßnahme das Sentiment. Almonty platzierte 18 Millionen neue Aktien zu je 6,25 US-Dollar und erzielte damit Bruttoerlöse von 112,5 Millionen US-Dollar. Das Geld finanzierte den Aufbau der Mine, erhöhte aber gleichzeitig die Aktienzahl — und damit die Verwässerungssensibilität der Investoren. Die institutionelle Beteiligung liegt aktuell bei 22,21%.
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Das Marktumfeld bleibt dabei grundsätzlich günstig: Ammoniumparawolframat notierte am 16. März auf dem Rotterdamer Markt bei 2.525,80 US-Dollar je metrischer Tonneneinheit — getrieben von strukturellen Angebotsdefiziten und chinesischen Exportbeschränkungen.
Ausblick: Phase 2 ab 2027
Der nächste Wachstumsschritt ist bereits geplant. Phase 2 soll 2027 anlaufen und die Verarbeitungskapazität auf 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich verdoppeln — was die Wolframkonzentrat-Produktion auf rund 4.600 Tonnen pro Jahr steigert. Bei voller Auslastung würde Sangdong damit etwa 40% der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken. Ergänzend plant Almonty eine Wolframoxid-Anlage sowie die Erschließung des benachbarten Molybdän-Vorkommens, um die Wertschöpfungskette weiter zu integrieren.
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