Almonty Industries hat eine Aktienplatzierung im Volumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar zur Registrierung angemeldet. Der Wolframproduzent will damit zusätzliches Kapital aufnehmen, während sich das Unternehmen zugleich von zwei Börsenplätzen zurückzieht und seine Notierungsstruktur bündelt.
Kapitalerhöhung parallel zum Rückkauf
Die Shelf-Registrierung erlaubt es Almonty, Stammaktien im genannten Umfang auszugeben, einen Teil davon im Zusammenhang mit einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm.
Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenfall mit dem zuvor genehmigten Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar: Während der Verwaltungsrat auf der einen Seite eigene Aktien vom Markt nehmen will, bereitet das Management auf der anderen Seite die Ausgabe neuer Papiere vor.
Für Anleger bedeutet das potenziell eine Verwässerung, die dem Effekt des Rückkaufs entgegenwirken könnte – zumindest bilanziell ergibt sich daraus ein gewisser Balanceakt zwischen Kapitalrückführung und Kapitalbeschaffung.
Finanziell steht Almonty nach eigenen Angaben solide da. Der Cashbestand kletterte zum 30. Juni auf rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar, nachdem das Unternehmen zuvor Wandelschuldverschreibungen über 800 Millionen US-Dollar platziert hatte.
Vor gut drei Wochen hatte Almonty zudem Quartalszahlen vorgelegt, die den Umsatz im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar steigen ließen – seither hat die Aktie um 34,6 Prozent zugelegt.
Die zusätzliche Kapitalaufnahme dürfte also weniger aus akuter Not als aus strategischer Vorsicht erfolgen, etwa um Investitionen am Sangdong-Standort oder weitere Wachstumsschritte flexibel finanzieren zu können.
Notierung konzentriert sich auf Nasdaq und Frankfurt
Nach dem gestrigen ASX-Delisting und dem bereits Ende Juli vollzogenen Rückzug von der Toronto Stock Exchange handelt die Aktie künftig nur noch an zwei Plätzen: an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ sowie an der Frankfurter Börse unter „ALI1“.
Die Konsolidierung der Notierungen soll administrative Kosten senken und die Liquidität auf weniger Handelsplätzen bündeln – ein Schritt, den viele wachsende Rohstoffunternehmen mit zunehmender US-Investorenbasis vollziehen.
Operativ bleibt der Fokus auf der Sangdong-Mine in Südkorea gerichtet. Dort läuft die Verarbeitungsanlage seit dem vergangenen Mittwoch, seit Produktionsstart hat sich der Kurs kaum bewegt (minus 0,5 Prozent).
Das Unternehmen hatte zum Ende des ersten Quartals rund 120.000 Tonnen Erz mit einem Gehalt von 0,24 Prozent WO3 eingelagert, im zweiten Quartal kamen weitere 19.700 Tonnen mit höherem Gehalt von 0,35 Prozent hinzu. Die gestiegene Erzqualität dürfte die Verarbeitungsmargen mittelfristig stützen.
Kursreaktion bleibt verhalten
Am Freitag gab die Aktie um 3,9 Prozent nach und schloss bei 15,57 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Monatssicht mit einem Plus von 63 Prozent weiterhin in einer kräftigen Aufwärtsbewegung befindet.
Zum 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, erreicht am 17. April 2026, fehlen der Aktie aktuell 24 Prozent. Die parallele Ankündigung von Rückkauf und Kapitalerhöhung dürfte einige Anleger zur Vorsicht gemahnt haben, auch wenn die fundamentale Entwicklung des Unternehmens – Umsatzwachstum, Produktionsstart, verlängerte Abnahmeverträge – insgesamt intakt erscheint.
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