Bei Almonty Industries fallen zwei Meilensteine zusammen. Der Wolframproduzent startete soeben die kommerzielle Erzverarbeitung in Südkorea. Fast zeitgleich rückte die Aktie in zwei wichtige US-Indizes auf. Das Resultat ist eine extreme Volatilität.

Vom Entwickler zum Produzenten

Seit dem ersten Juli verarbeitet Almonty in der Sangdong-Mine erstes Erz. Damit wandelt sich das Projekt in Südkorea zum produzierenden Betrieb. Das Ziel: verkaufsfähiges Wolframkonzentrat.

Das Unternehmen nutzt dafür ein Lager von gut 139.000 Tonnen Erz. Diese Menge reicht für gut zweieinhalb Monate. Das Management will in dieser Phase die Anlage optimal einstellen. Später folgen Erze mit deutlich höheren Gehalten. Im abgelaufenen Quartal förderte Almonty zusätzlich knapp 20.000 Tonnen Roherz.

Index-Aufstieg sorgt für Turbulenzen

Ende Juni trat ein weiterer Katalysator in Kraft. Almonty gehört nun zum Russell 1000 und zum Russell 3000. Diese Aufnahme macht das Papier für institutionelle Investoren sofort sichtbarer.

Dennoch schwankte der Kurs zuletzt massiv. Auf Monatssicht verlor die Aktie knapp 17 Prozent. Am Freitag schloss sie in Toronto bei 23,14 CAD. Das entspricht immerhin einem Tagesplus von vier Prozent.

Langfristig zeichnen die Zahlen ein völlig anderes Bild. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 92 Prozent auf der Anzeigetafel. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Wert mehr als verdreifacht. Der Kurs notiert weiterhin beruhigend über der 200-Tage-Linie bei 18,34 CAD.

Geopolitik treibt die Nachfrage

Analysten bleiben angesichts der Kursschwankungen optimistisch. Eine aktuelle Kaufempfehlung nennt ein Kursziel von 25 CAD. Die Fantasie speist sich vor allem aus dem aktuellen geopolitischen Umfeld.

Der Westen sucht händeringend nach Alternativen zu chinesischem Wolfram. Peking hat strenge Exportkontrollen verhängt. Die USA schränken die Beschaffung im Verteidigungssektor massiv ein. Almonty positioniert sich hier als sicherer Lieferant. Parallel dazu treibt das Management weitere Bohrungen am Sangdong-Molybdän-Projekt voran.

In den kommenden Wochen zählt allein der operative Hochlauf in der Sangdong-Mine. Das Management muss nun beweisen, dass die Anlage stabile Mengen an Wolframkonzentrat liefert. Bestätigen erste Verschiffungen und feste Umsätze diesen Prozess, liefert das eine handfeste Basis gegen die aktuellen Kursschwankungen.