Almonty Industries steht vor einer der wichtigsten Wochen seiner Geschichte. Am Montag tritt die Aufnahme in den Russell 1000 in Kraft. Parallel dazu bestätigt eine laufende Molybdän-Bohrkampagne historische Erzgehalte. Die Aktie notiert dennoch rund 31 Prozent unter ihrem April-Hoch.

Molybdän als zweites Standbein

Im Sangdong-Komplex in der südkoreanischen Provinz Gangwon läuft eine großangelegte Bohrkampagne. Rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind abgeteuft. Die bisher vorliegenden Analyseergebnisse bestätigen Gehalte auf Niveau historischer Bohrungen.

Der Hintergrund ist konkret: Südkorea steckt in einer Molybdän-Versorgungskrise. Die nationalen Lagerbestände sind knapp. Die Regierung hat private Unternehmen öffentlich aufgefordert, Molybdän zu sichern. Almonty reagiert mit Tempo — sobald das Erzkörpervolumen bestätigt ist, soll die Förderung ohne Verzögerung beginnen.

Das Abnahmerisiko entfällt bereits. Almonty hat einen Offtake-Vertrag mit SeAH M&S abgeschlossen — Südkoreas größtem Molybdänverarbeiter und dem weltweit zweitgrößten Moly-Oxid-Schmelzer. Der Vertrag deckt 100 Prozent der Sangdong-Molybdänproduktion ab, zu einem garantierten Mindestpreis von 19,00 US-Dollar je Pfund. Die erste Produktion plant Almonty für Ende 2026 oder Anfang 2027. Die erwartete Minenlebensdauer liegt bei bis zu 60 Jahren.

Molybdän-Spotpreise sind im vergangenen Jahr um rund 23,5 Prozent gestiegen. Das stärkt die Projektökonomie zusätzlich.

Russell 1000 zwingt Passivfonds zum Kauf

Ab Montag, dem 29. Juni, ist Almonty offiziell Mitglied des Russell 1000 und des Russell 3000. Die Aufnahme ist das Ergebnis der jährlichen Indexrekonstitution. Für das Unternehmen bedeutet das einen strukturellen Wandel in der Aktionärsstruktur.

Passive Fonds, die diese Indizes abbilden, verwalten zusammen rund 12,2 Billionen US-Dollar. Sie müssen Almonty-Aktien halten — unabhängig von Analystenmeinungen. Aktive Manager mit Russell-Benchmark gewinnen einen direkten Anlass, das Unternehmen zu bewerten. Analyst Coverage folgt typischerweise nach.

Starke Quartalszahlen und milliardenschwere Finanzierung

Das erste Quartal 2026 lieferte eine deutliche Verbesserung. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar, getrieben vor allem durch die Panasqueira-Mine bei steigenden Wolfram-APT-Preisen. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,1 Millionen US-Dollar — nach einem Verlust von 2,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der operative Cashflow betrug 9,7 Millionen US-Dollar.

Anfang Juni stärkte Almonty die Bilanz weiter. Das Unternehmen platzierte überzeichnete Wandelanleihen mit einem Volumen von 700 Millionen US-Dollar zu 2,25 Prozent Zinsen, Laufzeit bis 2031. Die Underwriter zogen ihre Mehrzuteilungsoption vollständig — für weitere 100 Millionen US-Dollar. Netto flossen rund 772,7 Millionen US-Dollar ein. Die Mittel fließen in Absicherungsgeschäfte, die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und Wachstumsinvestitionen.

Die „Korean Trinity“ und der Kurs unter Druck

Management bezeichnet Sangdong als integrierten Rohstoff-Hub. Wolfram-Produktion, eine geplante Wolframoxid-Anlage und das Molybdän-Projekt bilden zusammen die sogenannte „Korean Trinity“. Phase 1 der Sangdong-Mine produziert bereits rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat pro Jahr. Die geplante Phase-2-Erweiterung soll 2027 in Betrieb gehen und die Kapazität auf rund 4.600 Tonnen verdoppeln.

Die Aktie schloss am Freitag bei 23,00 CAD — ein Rückgang von knapp 14 Prozent in sieben Tagen. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 91 Prozent. Die Transformation vom Entwicklungsunternehmen zum produzierenden Bergbaukonzern spiegelt sich im Zwölf-Monats-Anstieg von rund 296 Prozent wider.

Das geopolitische Argument bleibt scharf: Das US-Verteidigungsministerium verbietet ab Januar 2027 den Kauf von chinesischem Wolfram. Die USA haben das Metall seit 2015 nicht mehr kommerziell abgebaut. Almonty ist einer der wenigen westlichen Produzenten, die diese Lücke füllen können.