Almonty Aktie: Russell-Aufstieg am 29. Juni 2026

Eine 700-Millionen-Dollar-Wandelanleihe belastet die Almonty-Aktie schwer, obwohl operative Kennzahlen und ein bevorstehender Index-Aufstieg positiv stimmen.

Almonty Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurs rutscht um 21 Prozent ab
  • Wandelanleihe über 700 Millionen Dollar
  • Aufnahme in Russell-Indizes steht bevor
  • Umsatz verdreifacht sich im Quartal

Starke operative Zahlen, ein bevorstehender Index-Aufstieg und trotzdem ein massiver Kurssturz — bei Almonty Industries prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Eine gigantische Wandelanleihe schickte die Papiere des Wolframproduzenten am Freitag auf Talfahrt. Der Titel brach um gut 21 Prozent auf 22,70 Kanadische Dollar ein.

Teure Wachstumsfinanzierung

Auslöser des Ausverkaufs ist eine Privatplatzierung im Volumen von 700 Millionen US-Dollar. Almonty begibt vorrangige, unbesicherte Wandelanleihen mit Fälligkeit im Jahr 2031 und einem Kupon von 2,25 Prozent. Die Emission war überzeichnet, was auf institutionelles Interesse hindeutet.

Käufer erhalten die Option, das Volumen um weitere 100 Millionen US-Dollar aufzustocken. Die schiere Größe der Kapitalmaßnahme schreckte den Markt ab. Der Kurs rutschte deutlich unter die 50-Tage-Linie von 26,64 CAD.

Das Management plant, einen Teil der Erlöse für sogenannte Capped-Call-Transaktionen zu nutzen. Diese sollen eine mögliche Verwässerung bei Wandlung der Papiere abfedern.

Aufstieg in die erste Liga

Parallel dazu kündigt sich ein struktureller Meilenstein an. Almonty rückt nach Abschluss der jährlichen Index-Rekonstitution am 29. Juni 2026 in den Russell 1000 sowie den breiter gefassten Russell 3000 auf.

Das verändert die Aktionärsstruktur grundlegend. Rund 12,2 Billionen US-Dollar sind an die US-Indizes von Russell gekoppelt. Indexfonds und ETFs müssen die Aktie künftig entsprechend ihrer Gewichtung kaufen. Das zwingt Fonds zum Einstieg, die den Wert bisher nicht auf dem Radar hatten.

Wolfram-Markt unter Spannung

Operativ zeigt die Kurve steil nach oben. Im ersten Quartal 2026 verdreifachte sich der Umsatz nahezu auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 6,1 Millionen US-Dollar.

Die Kasse ist mit liquiden Mitteln von knapp 260 Millionen US-Dollar gut gefüllt. Rückenwind liefert der globale Rohstoffmarkt. Die Wolframpreise haben sich in den vergangenen zwölf Monaten in etwa verneunfacht.

In Rotterdam notiert der Referenzpreis für Ammoniumparatungstat (APT) bei rund 3.185 US-Dollar pro Tonne. Angebotsengpässe treiben die Notierungen. Peking verlangt seit Februar 2025 Exportlizenzen für strategische Mineralien. Ab Januar 2027 verschärft sich die Lage weiter: Die US-Verteidigungsrichtlinie DFARS verbietet dann den Einsatz von chinesischem Wolfram in amerikanischen Rüstungslieferketten.

Auf Zwölf-Monats-Sicht steht trotz des jüngsten Rückschlags noch immer ein sattes Kursplus von knapp 376 Prozent auf der Anzeigetafel. Am kommenden Dienstag, den 9. Juni, fallen nun zwei wichtige Termine zusammen. Neben dem Settlement der neuen Wandelanleihe hält das Unternehmen seine Hauptversammlung in Toronto ab. Dort stimmt die Aktionärsbasis über die Wiederwahl des siebenköpfigen Verwaltungsrats ab, um die strategische Kontinuität für laufende Großprojekte wie die Sangdong-Mine in Südkorea zu sichern.

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