Strategische Vereinbarungen zur Rohstoffsicherung bestimmen die Ausrichtung des Wolframproduzenten Almonty. Mit neuen Schritten in Afrika und Europa treibt das Unternehmen die Erschließung künftiger Produktionskapazitäten voran. Die jüngsten Initiativen zielen darauf ab, bestehende Haldenbestände zu nutzen und neue Liegenschaften für die Wolframgewinnung zu erschließen.

Rohstoffkooperation in Ostafrika

Laut der Nachrichtenagentur Reuters unterzeichnete Almonty am 14. September eine verbindliche Vereinbarung mit der Regierung von Ruanda zur Gründung der gemeinsamen Gesellschaft Almonty Rwanda Pty Ltd. Im Rahmen dieses Abkommens hält Almonty einen Anteil von 75 Prozent an dem neuen Unternehmen. Die Regierung von Ruanda übernimmt die verbleibenden 25 Prozent.

Als Gegenleistung für die Beteiligung erhält das Gemeinschaftsunternehmen die Wolfram-Explorationskonzession Shyorongi sowie eine Lizenz zur Mineralverarbeitung. Mit dieser Transaktion sichert sich das Unternehmen den Zugriff auf Explorationsareale in Ostafrika, um seine Rohstoffbasis langfristig zu erweitern.

Für das Unternehmen stellt die Einbindung lokaler Behörden einen zentralen Baustein dar, um rechtliche Rahmenbedingungen abzusichern und Genehmigungsverfahren für künftige Bergbau- und Verarbeitungsschritte zu beschleunigen.

Aufbereitung der Haldenbestände in Spanien

Parallel zu den Explorationsplänen in Afrika wurden am vergangenen Freitag Einzelheiten zu den Projekten in Europa thematisiert. Dort steht die Wiederaufbereitung der Halden der Mine Los Santos in Westspanien im Mittelpunkt. Almonty schloss dazu einen langfristigen Liefervertrag für Wolframkonzentrat mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG, einer Tochtergesellschaft der Sandvik-Gruppe.

Die Vereinbarung ist nach Unternehmensangaben auf Take-or-Pay-Basis strukturiert und umfasst eine bedingte Vorauszahlung in Höhe von 3,0 Millionen US-Dollar. Medienberichten zufolge deckt der Abnahmevertrag mindestens rund 1.720 Tonnen enthaltenes Wolframtrioxid aus den bestehenden Haldenbeständen der Mine ab. Die Umsetzung knüpft an die Wiederaufnahme der Aufbereitung an diesem spanischen Standort an.

Die Verwertung bereits vorhandener Halden ermöglicht es, Konzentrat ohne den unmittelbaren Beginn neuer Untertageförderung zu gewinnen. Dieser Schritt verringert die betriebliche Vorlaufzeit bis zur Bereitstellung erster Liefermengen.

Marktposition und Kursentwicklung

Die Nachfrage nach Wolfram wird maßgeblich von industriellen Verwendungszwecken geprägt. Das Metall gilt in vielen Industrieländern als kritischer Rohstoff, da es unter anderem für verschleißfeste Werkzeuge und Speziallegierungen unverzichtbar ist. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Diversifizierung der Abbaustätten außerhalb dominanter Förderländer für Abnehmer an Bedeutung.

An der Börse notierte das Papier am Freitag bei einem Schlusskurs von 12,07 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel dennoch ein deutliches Plus von 52 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 20,61 Euro bleibt die Aktie hingegen ein Stück entfernt. Die kommenden Monate werden zeigen, wie rasch die vereinbarten Verarbeitungsschritte in Spanien und die Explorationsarbeiten in Ruanda operativ umgesetzt werden können.