Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Ab dem 31. Juli 2026 notiert der Wolfram-Produzent nur noch an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM. Der Schritt kommt in einer Phase, in der Leerverkäufer stark auf fallende Kurse wetten – gleichzeitig meldet das Unternehmen einen der größten Liefer-Deals seiner Geschichte.

Almonty begründet den Rückzug von der TSX mit der Handelsrealität. Der Großteil des täglichen Volumens läuft längst über die Nasdaq. Eine Doppelnotierung kostet Geld und bindet Verwaltungsaufwand, den das Unternehmen künftig einsparen will.

Short-Seller wetten verstärkt gegen Almonty

Die Ankündigung fällt in eine Phase erhöhter Marktnervosität. Aktuelle Daten vom 18. Juli 2026 zeigen einen Anstieg der Short-Positionen um 54 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Days-to-Cover-Kennzahl liegt bei 2,35 – ein Hinweis darauf, dass wachsende Skepsis unter einem Teil der Investoren herrscht.

Die Aktie schloss am Freitag bei 19,25 CAD, ein Tagesplus von 3,94 Prozent. Das folgt auf einen turbulenten Monat: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 17,66 Prozent, auf Monatssicht sogar 25,45 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD, erreicht am 17. April 2026, trennen die Aktie damit noch immer 42,28 Prozent.

Die kurzfristige Schwäche verdeckt allerdings eine deutlich freundlichere längerfristige Bilanz. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 59,49 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Kurssprung von 209,49 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger die aktuelle Korrektur unterschiedlich einordnen – die einen sehen eine Verschnaufpause nach starkem Lauf, die anderen nutzen die Volatilität für Short-Wetten.

Wolfram-Deal mit Global Tungsten & Powders erweitert

Parallel zu den Kursturbulenzen hat Almonty seinen langfristigen Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders deutlich ausgebaut. Die am 7. Juli 2026 unterzeichnete Vertragserweiterung verlängert die Laufzeit von 15 auf 21 Jahre. Das Gesamtvolumen steigt um 40 Prozent auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units.

Die verbesserten Preiskonditionen sollen den jährlichen Vertragsumsatz um mindestens 30 Millionen US-Dollar anheben. Bei aktuellen APT-Preisen entspricht das einem Volumen von rund 490 Millionen US-Dollar pro Jahr. Der Vertrag deckt nach Unternehmensangaben etwa 90 Prozent der Produktion aus Phase I der Sangdong-Mine in Südkorea ab.

Diese Mine liefert seit dem 1. Juli 2026 erstmals verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Der Produktionsstart fällt damit fast zeitgleich mit der erweiterten Abnahmevereinbarung zusammen – ein Signal, dass Almonty seine wachsende Fördermenge bereits vertraglich abgesichert hat.

Almonty ist zudem kürzlich in den Russell 1000® Index sowie den breiter gefassten Russell 3000® Index aufgenommen worden. Für ein Unternehmen dieser Größe bedeutet das zusätzliche Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren, die sich an diesen Indizes orientieren.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie der Markt den Rückzug von der TSX tatsächlich verdaut. Der Handelsschluss am 31. Juli 2026 markiert das Ende der kanadischen Doppelnotierung – während die Sangdong-Mine parallel ihre ersten kommerziellen Lieferungen aufnimmt.