Almonty Industries verlässt die reine Ankündigungsphase. Die Sangdong-Mine in Südkorea hat mit der Verarbeitung begonnen und produziert nun verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Zusammen mit den am 11. August veröffentlichten Quartalszahlen ist das der eigentliche Wendepunkt für das Unternehmen.

Zahlen und Produktionsstart fallen zusammen

Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatz von 43,0 Millionen kanadischen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 17,6 Millionen kanadischen Dollar. Der Nettogewinn von 181 Millionen kanadischen Dollar dürfte maßgeblich durch Sondereffekte geprägt sein, da er in keinem Verhältnis zum operativen Ergebnis steht.

Wichtiger für Anleger ist der Kontext: Die Zahlen fallen mit dem Start der Sangdong-Verarbeitung zusammen, dem Projekt, das Almonty über Jahre als zentralen Wachstumstreiber positioniert hat. Das Unternehmen kommt damit von der Aufbau- in die Produktionsphase.

CEO Lewis Black beschrieb die Lage in einem Aktionärsschreiben so, dass die Wolframpreise historische Höchststände erreicht hätten und Angebotsengpässe inzwischen wichtiger seien als die Nachfrageseite. Diese Einschätzung stützt die These, dass Sangdong zu einem Zeitpunkt in Produktion geht, an dem der Markt für Wolfram besonders knapp ist.

Rückkauf und Delisting als Randthemen der Woche

Das am vergangenen Montag angekündigte Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar beziehungsweise 14,4 Millionen Aktien bleibt im Hintergrund präsent – die Aktie legte seither um 0,7 Prozent zu. Das Management begründete den Rückkauf mit einer Lücke zwischen Aktienkurs und dem tatsächlichen Wert der Wolfram-Assets samt Wachstumsaussichten. Käufe sollen über 36 Monate an der Nasdaq oder alternativen Handelsplätzen erfolgen.

Parallel dazu bereitet Almonty seinen Rückzug von zwei Börsenplätzen vor. Der Handel an der Toronto Stock Exchange endete bereits zum 31. Juli, das Delisting von der australischen ASX ist für den 1. September terminiert, CDI-Handel läuft bis zum Handelsschluss am 28. August aus. Diese Konsolidierung auf weniger Handelsplätze passt zum Bild eines Unternehmens, das sich zunehmend auf US-Investoren und den Nasdaq-Handel konzentriert.

Kursreaktion bleibt verhalten

Die Aktie notiert am heutigen Mittwoch bei 15,79 Euro und gibt um 2,5 Prozent nach, nachdem sie gestern noch bei 16,20 Euro geschlossen hatte. Der Rücksetzer relativiert sich angesichts der Entwicklung der vergangenen Wochen: Auf Monatssicht steht ein Plus von 34 Prozent zu Buche, was zeigt, wie stark der Produktionsstart und die begleitenden Nachrichten bereits eingepreist wurden. Der aktuelle Kurs liegt zugleich rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das Mitte April markiert wurde.

Diamond Equity Research veröffentlichte am 14. August eine aktualisierte Prognose zum Geschäftsjahr 2026, ohne dass sich daraus eine Einstufungsänderung mit belastbarem Aktionsdatum ergibt – die Zahlen sind daher nicht als aktuelle Analystenmeinung einzuordnen.

Für Anleger bleibt die eigentliche Messlatte der weitere Hochlauf von Sangdong: Erst kontinuierliche Konzentratverkäufe werden zeigen, ob sich die operative Substanz mit der Kursentwicklung der vergangenen Monate deckt.